Gerhard Schröder als Hauptredner : Mecklenburg-Vorpommern sagt Russland-Tag nicht ab

Der "Russland-Tag" hat der Schweriner Landesregierung viel Kritik eingebracht. Trotzdem findet das Wirtschaftstreffen nun statt. Und ein alter Russlandfreund und Ex-Bundeskanzler hat sich auch angekündigt.

Der Norden soll brummen. Eine dieser Hände gehört Erwin Sellering, dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern. Hier eröffnet er ein Kaffeekapselwerk. Demnächst folgt der Wirtschaftsgipfel Russland-Tag.
Der Norden soll brummen. Eine dieser Hände gehört Erwin Sellering, dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern. Hier...Foto: dpa

Die SPD/CDU-Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern sieht derzeit keinen Anlass, ein für Ende des Monats geplantes deutsch-russisches Wirtschaftstreffen abzusagen. Der Russland-Tag liege "im Interesse unseres Landes, die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland weiter auszubauen", teilte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in einer Presseerklärung mit. Er halte die Veranstaltung "in der jetzigen Situation auch für das richtige Signal". Es sei wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Sellering berief sich bei der Entscheidung auf Gespräche mit den Wirtschaftsverbänden und -kammern in Mecklenburg-Vorpommern, die sich dafür ausgesprochen hätten, an dem Russland-Tag in Rostock-Warnemünde festzuhalten. Die Zahl der Voranmeldungen für die Veranstaltung am 30. September und 1. Oktober liege bei über 250. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist als einer der Hauptredner vorgesehen.

Angesichts der Krise in der Ukraine und der Spannungen zwischen Russland und dem Westen hatte unter anderem der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, gefordert, das Treffen abzusagen. "Es wäre absurd, dass Mecklenburg-Vorpommern die Wirtschaftskontakte intensivieren will, während die Europäische Union mit Sanktionen versucht, Putin Einhalt zu gebieten", sagte Özdemir in der vergangenen Woche dem "Tagesspiegel". Auch der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg kritisierte Sellering und verlangte, den Russland-Tag zu verschieben. AFP

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