Gerhard Schröder : Stationen eines Politikerlebens

Gerhard Schröder (SPD) kann auf eine große Politikerkarriere zurückblicken. Im Jahr 1963 in die Partei eingetreten, wurde er 1978 Juso-Bundeschef. Zwanzig Jahre später zog er ins Bundeskanzleramt ein. Eine Chronologie:

Juni 1986

- Bei der Landtagswahl in Niedersachsen tritt Schröder erstmals als Spitzenkandidat an. Die SPD steigert ihr Ergebnis, bleibt aber in der Opposition. Schröder wird Fraktionsvorsitzender.

August 1986 - Schröder wird Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

Mai 1989 - Schröder wird in das SPD-Parteipräsidium gewählt.

Mai 1990 - Die SPD gewinnt die niedersächsische Landtagswahl. Im Juni wird Schröder Ministerpräsident einer rot-grünen Koalition.

Juni 1993 - Im Rennen um den SPD-Parteivorsitz unterliegt Schröder seinem Parteikollegen Rudolf Scharping.

März 1994 - Eine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl ermöglicht der SPD eine Alleinregierung und Schröder eine weitere Amtszeit als Ministerpräsident. Im Juli übernimmt er den SPD-Landesvorsitz.

Oktober 1994 - Nach der Bundestagswahl bleibt die SPD in der Opposition. Mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine und dem Partei- und Fraktionschef Scharping zählt Schröder zum Spitzenpersonal der Bundes-SPD.

März 1998 - Die SPD gewinnt die Landtagswahl mit einem Rekordergebnis von 47,9 Prozent. Schröder bleibt Ministerpräsident und wird im April offiziell Kanzlerkandidat.

September 1998 - Die SPD gewinnt die Bundestagswahl. Ende Oktober wird Schröder als Bundeskanzler einer rot-grünen Regierung vereidigt.

März 1999 - Nach dem Rücktritt des Bundesfinanzministers und SPD- Chefs Lafontaine übernimmt Schröder kommissarisch den Parteivorsitz. Im April wird er formal zum Vorsitzenden gewählt.

November 2001 - Nach einem regierungsinternen Streit über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan stellt Schröder die Vertrauensfrage und gewinnt sie. Auch als Parteivorsitzender wird er bestätigt.

September 2002 - Aus der Bundestagswahl geht die SPD knapp als stärkste Fraktion hervor und kann die rot-grüne Regierung fortsetzen. Im Oktober wird Schröder erneut zum Bundeskanzler gewählt.

Februar 2004 - Überraschend gibt Schröder den Parteivorsitz an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering ab.

Mai 2005 - Unmittelbar nach der schweren Wahlniederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fordern Müntefering und Schröder eine vorgezogene Bundestagswahl im Herbst.

Juli 2005 - Schröder verliert im Bundestag wie beabsichtigt die Vertrauensfrage. Damit ist der Weg für eine Neuwahl frei.

September 2005 - Bei der vorgezogenen Bundestagswahl verfehlen sowohl Schwarz-Gelb als auch Rot-Grün die Mehrheit. Schröder beharrt auf seinem Anspruch auf die Kanzlerschaft.

Oktober 2005 - Wenige Tage nach der Vereinbarung von Union und SPD, dass CDU und CSU in der geplanten großen Koalition die Kanzlerin stellen, erklärt Schröder seinen Rückzug. Er werde der nächsten Bundesregierung nicht angehören, sagt er. (tso/dpa)

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