Gericht : Althaus muss nicht aussagen

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus muss nicht vor Gericht erscheinen. Im Ermittlungsverfahren nach dessen Skiunfall im Januar will die Staatsanwaltschaft offenbar auf eine Vernehmung verzichten.

München"Wir wären mit einer Stellungnahme zufrieden", sagte Walter Plöbst von der Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben der "Süddeutschen Zeitung". Althaus werde "nicht viel wissen". Der Ermittler geht nach eigenen Angaben davon aus, dass das Verfahren gegen den Politiker "vor August abgeschlossen ist".
 
Althaus war am Neujahrstag beim Skifahren in Österreich mit einer 41-jährigen Frau zusammengestoßen. Die Skifahrerin starb bei dem Unfall. Gegen Althaus wird deshalb wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Medienberichten zufolge war der Unfall Folge eines Fahrfehlers. "Besonders gefährliche Verhältnisse", die nach österreichischem Recht ein Strafmaß von bis zu drei Jahren rechtfertigen würden, sieht Plöbst laut "SZ" nicht. Er schließe nicht aus, dass eine "mögliche Strafe für Althaus unter der Schwelle" bleiben werde, die zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister führen würde.
  
Verhandlungen weit fortgeschritten  

  
Unabhängig von den Ermittlungen laufen Verhandlungen über eine finanzielle Entschädigung an die Familie der bei dem Unfall verunglückten Frau. "Wir wollen uns im Guten einigen, ohne die Gerichte zu beschäftigen", sagte Althaus' Anwalt Walter Kreissl der "SZ". Nach Angaben des Opferanwalts Alexander Rehrl sind die Verhandlungen recht weit fortgeschritten.
  
Althaus, der ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt, erholt sich derzeit in einer Rehaklinik am Bodensee. Bislang war er nicht vernehmungsfähig. Am Dienstag wollten die Ärzte einen neuen Bericht über seinen Gesundheitszustand abgeben.
  
Der Unfall von Althaus und sein Gesundheitszustand hatten zuletzt Zweifel genährt, ob der 50-Jährige rechtzeitig zum bevorstehenden Wahlkampf in die Politik zurückkehrt. Althaus ist Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 30. August. Die Thüringer CDU-Spitze rechnet fest mit einer Rückkehr von Althaus, legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest. (mpr/AFP)
  

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