Politik : Gericht: Junger Muslim muss zum Schwimmunterricht

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Düsseldorf - Muslimische Eltern, die ihre Söhne vom Schwimmunterricht fern halten, können mit einem Bußgeld belegt werden. Das Düsseldorfer Amtsgericht ließ am Donnerstag erkennen, dass es ein von der Bezirksregierung verhängtes Bußgeld in Höhe von 250 Euro für zulässig hält. Daraufhin zogen die Eltern, gläubige Muslime aus Wuppertal, ihre Klage zurück.

Der Fall gilt als bundesweiter Präzedenzfall. Die Kläger waren bereits im Mai vergangenen Jahres vor dem Verwaltungsgericht mit ihrer Absicht gescheitert, ihren elfjährigen Sohn vom Schwimmunterricht zu befreien. Die islamischen Eltern argumentierten, ihr Sohn solle Schülerinnen in Badeanzügen und Bikinis weder sehen noch womöglich sogar berühren. Ein solcher Umgang sei mit dem Koran und islamischen Werten nicht vereinbar.

Anfang der 90er Jahre hatten deutsche Gerichte entschieden, dass Mädchen islamischen Glaubens nicht am Schwimmunterricht teilnehmen müssen, wenn ihre Eltern dies unter Hinweis auf den Koran ablehnen. dpa

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