Politik : Gericht verurteilt Brauthandel

Hamm/Tübingen - Die deutsche Justiz will dem menschenverachtenden Handel mit Bräuten in der Bundesrepublik einen Riegel vorschieben. Das Geld für eine gekaufte Ehefrau sei hierzulande auch nach der Trennung nicht einklagbar, stellte das Oberlandesgericht (OLG) Hamm jetzt klar. Das Gericht hatte bei dem am Montag veröffentlichten Urteil über eine Ehe unter Kurden im Raum Ostwestfalen zu verhandeln. Verwandte des Ehemannes hatten das Brautgeld zurückgefordert, als die Frau vor ihm geflohen war.

Wenn die Familie des Bräutigams Geld zahle, damit eine Ehe zustande komme, verletze dies „die Freiheit der Eheschließung und die Menschenwürde“, urteilte das OLG. „Es solle kein Anreiz zum Abschluss von Brautpreisabreden (...) mehr bestehen“, hieß es in einer Mitteilung. Daher müsse deutlich gemacht werden, dass solche Verabredungen nur auf eigenes Risiko erfolgen können.    Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes begrüßte die Entscheidung. „Wir sind glücklich über dieses Urteil, weil es ein deutliches Zeichen gegen diesen Brauthandel ist“, sagte Sibylle Schreiber von der Organisation. Mädchen und Frauen könne man in Deutschland nicht wie Vieh kaufen und verkaufen. dpa

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