Gerichtsurteil : Erzieher zu Recht im Mädcheninternat abgelehnt

Seine Bewerbung als Erzieher in einem Mädcheninternat wurde abgelehnt - und seine Forderung nach Entschädigung vor Gericht auch. Der Mann hatte wegen Diskriminierung geklagt.

MainzWenn ein Erzieher mit seiner Bewerbung in einem Mädcheninternat scheitert, ist das keine Diskriminierung. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Montag bekanntgewordenen Urteil. Der Bewerber hat keinen Anspruch auf Entschädigung wegen Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), heißt es in dem Grundsatzurteil (Urteil vom 20.3.2008 - Az. 2 Sa 51/08). Damit hob das LAG ein gegenteiliges Urteil des Arbeitsgerichts Trier auf.

Ein Diplom-Sozialpädagoge hatte sich um eine Stelle in einem Mädcheninternat beworben. Als seine Bewerbung mit der Begründung abgelehnt wurde, es würden nur weibliche Fachkräfte eingestellt, klagte er. Nach seiner Meinung ist die Abweisung rechtswidrig, da das AGG jede geschlechtsspezifische Benachteiligung am Arbeitsplatz verbiete. Das gelte auch für Bewerbungsverfahren. Als Entschädigung verlangte er zweieinhalb Monatsgehälter in Höhe von insgesamt 6750 Euro.

Das LAG sah für die Forderung keine rechtliche Grundlage. Eine Ungleichbehandlung zwischen Frau und Mann sei zulässig, wenn es dafür einen sachlichen Grund gebe. Erzieherinnen in einem Mädcheninternat kämen auch mit der Intimsphäre der Mädchen in Berührung. Ein Mann sei deshalb in dieser Position nicht tragbar. (mpr/dpa)

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