Gerüchte um Schröder : Berlusconi "privat" bei Putin

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi ist zu einem umstrittenen Privatbesuch beim russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg eingetroffen. Berichte, nach denen auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder dabei ist, wurden zurückgewiesen.

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Ganz privat. Berlusconi bei Putin.Foto: AFP

Nach Angaben eines Regierungssprechers in Moskau wollten Putin und Berlusconi während des dreitägigen Besuchs auch über Politik sprechen.
 
Auf der Agenda des Treffens standen Gespräche über die Zusammenarbeit im Energiesektor und die geplanten Gas-Pipelines North und South Stream, wie der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow sagte. Medienberichte, wonach auch der frühere Bundeskanzler und Aufsichtsratsvorsitzende des Pipeline-Konsortiums Gerhard Schröder sowie Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac an dem Treffen teilnehmen sollten, wies der Sprecher zurück.
 
Das russische Fernsehen zeigte Bilder, wie sich Putin und Berlusconi am Mittwochabend herzlich auf dem Flughafen in St.
Petersburg begrüßten. Nachrichtenagenturen zufolge kündigte der russische Ministerpräsident seinem italienischen Freund noch auf dem Rollfeld ein Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan an. Bei dem für Donnerstag geplanten Dreiergespräch sollte es demnach um die russisch-türkische Gas-Pipeline South Stream nach Westeuropa gehen.
 
Die italienische Opposition kritisierte Berlusconis Besuch. Francesco Rutelli von der Demokratischen Partei sprach von einer „Geheimreise“, da die Visite in Italien nicht offiziell angekündigt wurde. Berlusconi habe eine „besondere Beziehung“ zu Putin und zum libyschen Staatschef Muammar el Gaddafi, kritisierte Ex-Regierungschef Massimo D'Alema. Italien müsse aber auch zu anderen Ländern gute Beziehungen pflegen.

Medienberichten zufolge sieht der Zeitplan des Besuchs auch einen festlichen Teil vor: Laut der linken Zeitung „La Repubblica“ hatte Berlusconi mehrere Flaschen Wein für Putin im Gepäck, der am 7. Oktober 57 Jahre alt geworden ist und Berlusconi auch schon in dessen Villa auf Sardinien besucht hat. (AFP)

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