Politik : Geschafft: Deutschland ist weiter

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Nach dem Sieg gegen die Mannschaft des deutschen Trainers Winfried Schäfer zieht Deutschland als Sieger der Vorrundengruppe E ins Achtelfinale ein. Im Achtelfinale am Samstag (8.30 Uhr MESZ) in Seogwipo gegen den Zweiten der Gruppe B (Spanien, Südafrika oder Paraguay) muss die deutsche Elf allerdings auf Carsten Ramelow, Dietmar Hamann und Christian Ziege verzichten. Ramelow sah nach 40 Spielminuten wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, Hamann und Ziege erhielten vom schwachen spanischen Schiedsrichter Lopez Nieto, der mit insgesamt zwölf Verwarnungen und zwei Platzverweisen einen Rekord aufstellte, jeweils zum zweiten Mal im Turnier Gelb und sind damit gesperrt. Vor 47 085 Zuschauern in Shizuoka sah in der Schlussphase auch der Kameruner Suffo die Gelb-Rote Karte.

Zum Sieggaranten für das 50 Minuten lang in Unterzahl spielende deutsche Team avancierte der unermüdliche Klose. Mit einem langen Pass ermöglichte der beste Torschütze des Turniers dem gerade ins Spiel gekommenen Bode den Treffer. Hatte Schäfers Mannschaft ihren Gegner bis dahin beherrscht, so erkämpfte sich die deutsche Elf nun ein Gleichgewicht.

Die deutsche Abwehr um Thomas Linke und Christoph Metzelder bot eine schlechte Leistung, auch im Mittelfeld fehlte zunächst eine ordnende Hand. Vorn blieb Carsten Jancker wirkungslos und musste in der Pause in der Kabine bleiben – für ihn kam Torschütze Bode. Torwart Oliver Kahn zeigte mit mehreren Glanzparaden von Beginn an seinen unbedingten Siegeswillen. In der Schlussphase machte Klose mit seinem fünften Kopfballtor alles klar – zum vierten Mal leistete Michael Ballack mit seiner Flanke die Vorarbeit.

In der selben Gruppe erreichte auch Irland das Achtelfinale. Durch einen 3:0-Erfolg am letzten Spieltag in Yokohama gegen Saudi-Arabien belegen die Iren den zweiten Platz hinter Deutschland und treffen nun in der nächsten Runde auf den Erstplatzierten der Gruppe B. Im ersten Länderspiel gegen die Saudis erzielten Robbie Keane, Gary Breen und Damian Duff die Tore für die Iren. Die sieglosen Nordafrikaner können sich dennoch erhobenen Hauptes vom Turnier verabschieden, denn nach dem 0:8 zum Auftakt gegen die deutsche Auswahl steigerte sich das Team erheblich.

Mit der französischen Nationalmannschaft ist erst zum dritten Mal in der WM-Geschichte ein Titelverteidiger in der Vorrunde ausgeschieden. Dieses Malheur passierte bislang nur Brasilien 1966 und Italien 1950.

Auch der wiedergenesene Star Zinedine Zidane konnte den Franzosen nicht mehr helfen. Der Mittelfeldspieler hatte große Probleme und fand gegen die defensivstarken Dänen nie ins Spiel. Nach der 0:1-Niederlage Frankreichs gegen Senegal und dem 0:0 gegen Uruguay besiegelten die Dänen Dennis Rommedahl und Jon Dahl Tomasson das Schicksal des Titelverteidigers. Vor 45 000 Zuschauern in Incheon stürmten die Franzosen erst in der zweiten Halbzeit nach vorn, agierten aber zu hektisch. Trainer Roger Lemerre sagte nach dem dritten WM-Spiel ohne Sieg und Tor: „Wir waren im gesamten Turnier nicht auf der Höhe und hätten das Achtelfinale nicht verdient gehabt.“

Neuling Senegal feierte als viertes afrikanisches Land überhaupt den Einzug in ein WM-Achtelfinale. Das Team des Franzosen Bruno Metsu musste jedoch beim 3:3 gegen Uruguay lange zittern. Vor 25 000 Zuschauern in Suwon brachten sich die Afrikaner zunächst 3:0 in Front. Khalilou Fadiga per Foulelfmeter und Pape Bouba Diop mit zwei Treffern waren die Schützen. In der zweiten Halbzeit konnte Uruguay durch Richard Morales, Diego Forlan und Alvaro Recoba per Foulelfmeter ausgleichen. In einer rasanten und umkämpften Partie zeigte der belgische Referee Jan Wegereef elf Gelbe Karten.

Senegals Trainer Bruno Metsu kommentierte: „Das Remis war wie ein Sieg.“ In Senegal tanzten die Menschen auf den Straßen. Präsident Abdoulaye Wade hatte einen nationalen Feiertag ausgerufen. Die Großbildleinwand in der Hauptstadt Dakar soll nach dem Sieg als nationales Denkmal stehen bleiben.

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