Geschichte : Vorerst keine Stasi-Konferenz in Berlin

Die für den 16. und 17. Juni geplante, umstrittene Tagung mit Ex-Mitarbeitern des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin ist abgesagt worden.

BerlinDie für den 16. und 17. Juni geplante, umstrittene Tagung mit Ex-Mitarbeitern des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin ist abgesagt worden. Das Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft habe den Vertrag für die Tagungsräume gekündigt, teilte das Mauermuseum - Museum am Checkpoint Charlie mit. Die Proteste gegen diesen Versuch, "hohe Stasi-Offiziere gesellschaftsfähig zu machen, haben gewirkt", hieß es.

Die Stasi-Konferenz sollte im Harnack-Haus in Dahlem stattfinden. Im Mittelpunkt der von dem jungen dänischen Historiker Thomas Wegener Friis organisierten Konferenz soll die wissenschaftliche Aufarbeitung der Tätigkeit der Stasi-Auslandsspionageeinheit Hauptverwaltung A stehen. Eingeladen wurden unter anderen der frühere Vize-Minister für Staatssicherheit, Werner Großmann, dessen Stellvertreter Horst Vogel und Ralf-Peter Devaux. Fiis arbeitet an der Syddansk Universität im süddänischen Odense.

"Unerträgliche Provokation"

Die Kündigung der Räumlichkeiten im Harnack-Haus sei der einzig richtige Schritt gewesen, sagte CDU-Fraktionsvize Michael Braun. Gerade am 17. Juni, dem Gedenktag an die Opfer der Niederschlagung des Arbeiteraufstandes in der DDR, "wäre das Auftreten ehemaliger Stasi-Kader eine unerträgliche Provokation gewesen und hätte zur Beschädigung des Wissenschaftsstandortes Berlin geführt". Umso erfreulicher sei es, dass diese Konferenz durch öffentlichen Druck vorerst habe abgewendet werden können. Die Berliner Wissenschaftslandschaft dürfe nicht "für die Geschichtsklitterung und Verharmlosungsbestrebungen ehemaliger Stasi-Kader missbraucht werden", fügte Braun hinzu. (mit ddp)

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