Gesellschaft : Inklusion bedeutet: Der Mensch ist wichtig

Zum Welttag der Menschen mit Behinderung veröffentlichen wir an dieser Stelle den Leitartikel des Tagesspiegels in Einfacher Sprache. Die Einfache Sprache wurde für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten entwickelt.

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Inklusion. Das fängt mit der Sprache an. Wie würde man selber gerne bezeichnet werden? Als "Behinderter"? Oder als "Mensch mit Behinderung"?
Inklusion. Das fängt mit der Sprache an. Wie würde man selber gerne bezeichnet werden? Als "Behinderter"? Oder als "Mensch mit...Foto: Andi Weiland

Inklusion bedeutet: Der Mensch ist wichtig.

Lorenz Maroldt hat den Zeitungsartikel geschrieben.

 

Stellen Sie sich bitte diese Situationen vor:

Ein fremder Mensch kommt zu Ihnen und fragt:

„Wie läuft es denn bei Ihnen im Bett?“

Oder der Busfahrer ruft  zu Ihnen nach hinten:

„Wo will denn der Rollstuhl raus?“

 

Es gibt einen Artikel im Tagesspiegel über Laura Gehlhaar.

Sie sitzt im Rollstuhl. Sie musste sich schon viele solche Sätze anhören. Aus diesen Sätzen hat sie ein Spiel gemacht. Das Spiel heißt Bullshit-Bingo. Darin stehen zum Beispiel diese Sätze:

Toll, dass sie trotzdem aus dem Haus gehen.

Was kann man machen, damit Sie wieder gesund werden?

Solche Sätze sind nicht lustig. Sie können verletzen.

Darum ist die Frage wichtig: Wie kann man erreichen, dass alle Menschen gleichberechtigt in der Gesellschaft leben können?

 

Inklusion ist wichtig für die Gesellschaft

Der Tagesspiegel schreibt immer wieder über Inklusion. Heute stehen auf vielen Seiten Beiträge dazu. So zeigen wir: Inklusion ist überall in der Gesellschaft ein wichtiges Thema. Heute ist Welttag von Menschen mit Behinderungen. Überall auf der Welt wird überlegt, wie Menschen mit Behinderungen selbstverständlich an der Gesellschaft teilnehmen können.

Heute wird gefeiert. Seit 10 Jahren gibt es die Sozialhelden. Im Tagesspiegel ist ein Artikel über Raul Krauthausen. Er ist Gründer und Vorsitzender der Sozialhelden.

Die Aktion Mensch gibt es seit 50 Jahren. Sie veranstaltet heute einen Kongress. Auf dem Kongress wird überlegt, wie Inklusion in der Zukunft sein kann. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung feiert heute. Sie eröffnet eine neue Geschäftsstelle. Die Unfallversicherung setzt sich für die Vorbeugung von Krankheiten und Unfällen ein. Sie setzt sich für Rehabilitation und Inklusion ein.

In der Gesellschaft gibt es verschiedene Meinungen und Ideen zur Inklusion. Manche Menschen sind von Inklusion enttäuscht. Sie erwarten mehr davon. Manche Menschen finden das Wort Inklusion gut. Raul Krauthausen sagt: Menschen sind unterschiedlich. Das anzunehmen und damit umzugehen ist Inklusion.  Das Wort Inklusion ist daher sehr wichtig.

 

Jeden Menschen als Mensch sehen

Manchmal weiß man nicht, wie man etwas sagen soll. Manche Menschen finden das Wort Handicap nicht gut. Manche Menschen finden das Wort Behinderter gut. Andere fühlen sich durch das Wort Behinderter beschimpft.

Viele Menschen sind unsicher, wie sie Menschen mit Behinderung ansprechen sollen. Dafür gibt es Hilfen. Probieren Sie es aus. Sprechen Sie die Wörter laut:  Wie hört sich das Wort „Behinderter“ an? Wie hört sich das Wort „behinderter Mensch“ an? Wie hört sich  „Mensch mit Behinderung“ an? Wie möchten Sie selbst angesprochen werden, wenn Sie eine Behinderung hätten?

Niemand möchte hören: Du bist eine Last. Jeder möchte so angenommen werden, wie er ist. Jeder Mensch möchte zuerst als Mensch gesehen werden.

 

Wir danken dem "AWO Büro Leichte Sprache Berlin" für die Übersetzung des Leitartikels in Einfache Sprache.

(Info und Kontakt: http://leichtesprache.awo.org/kontakt/)

 

Mehr zum Thema Inklusion können Sie hier auf unserer Sonderseite lesen. Außerdem ist die heutige gedruckte Tagesspiegel-Ausgabe ein Inklusion-Spezial, das Sie, liebe Leserinnen und Leser, hier auch als ePaper kaufen können. Des Weiteren hier die Wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Inklusion.

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