Gesetzgebung : EU prüft Genmaisverbot in Deutschland

Die EU-Kommission wird das deutsche Anbauverbot für Genmais MON 810 prüfen. Dies machte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Mittwoch in Prag vor Journalisten deutlich.

Prag/Berlin  „Wir sollten (die deutsche Entscheidung) berücksichtigen und Entscheidungen auf Grundlage der Gesetzgebung fällen“, sagte Dimas. MON 810 ist die einzige von der EU zugelassene Genmais-Sorte. Ihr Anbau ist in den EU-Ländern Frankreich, Griechenland, Österreich, Ungarn, Luxemburg und Deutschland aber verboten. Die EU-Kommission sollte dem üblichen Verfahren nach nun die Begründung für das deutsche Anbauverbot prüfen, bestätigte Dimas.

Zuletzt hatte die EU-Kommission Österreich und Ungarn empfohlen, ein Anbauverbot für MON 810 aufzuheben, wurde dann aber durch den EU- Ministerrat überstimmt. Aufgrund dieser Erfahrung dürfte Brüssel das deutsche Verbot für MON 810 nicht vorrangig behandeln, meinten EU-Diplomaten am Rande des informellen Gipfels der EU-Umweltminister in Prag.

In Deutschland halten die Proteste gegen Gentechnik in der Landwirtschaft an. Am Mittwoch besetzten Umweltaktivisten bei Dreileben in der Magdeburger Börde ein Versuchsfeld der KWS Staat AG. Mit ihrer Aktion wollen sie nach eigenen Angaben den Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben verhindern. Sie kritisieren, die KWS halte an ihrem Kurs fest, die Gentechnik in Deutschland zu etablieren. Die Sorte MON 810 ist bisher die einzige kommerziell angebaute Genpflanze in Europa. dpa/ddp

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