Gespannte Lage : Birmanische Armee geht gegen chinesische Minderheit vor

Die birmanische Armee hat den Aufstand der Miliz einer ethnischen Minderheit an der Grenze zu China offenbar niedergeschlagen. Die Kämpfe seien weitgehend eingestellt, berichtete zumindest die staatliche chinesische Presse.

Peking/Washington -  Viele der mehr als 10 000 Flüchtlinge, die in den vergangenen Tagen über die Grenze kamen, seien auf dem Rückweg, berichtete die Agentur Xinhua.

Nach Angaben der US-Kampagne für Birma sind rund 700 Kämpfer der Kokang-Minderheit und deren Anführer Peng Jiasheng über die Grenze geflüchtet und haben ihre Waffen in China abgegeben. Das Militär der Junta sei mit mehr als 7000 Mann und Panzern gegen die Milizen vorgerückt, berichtete der Vorsitzende der Organisation, Aung Din. „Die größeren Kämpfe sind vorbei“, sagte auch Khuensai Jaiyen, der die Shan-Herald-Agentur, einen Informationsdienst des Widerstands, leitet. Bei den Kämpfen soll es auch Tote gegeben haben.

China hatte für tausende Menschen, die vor den Kämpfen geflüchtet waren, im Grenzgebiet in der Provinz Yunnan Lager eingerichtet. Die Lage war gespannt. Dort explodierte nach chinesischen Angaben ein Sprengsatz. Ein Chinese kam ums Leben, mehrere wurden verletzt. China hatte seinen Verbündeten Birma am Freitag aufgerufen, die Stabilität zu wahren und die Sicherheit chinesischer Geschäftsleute in Birma zu gewährleisten. Die Militärjunta habe sich am Sonntag entschuldigt und der chinesischen Regierung für die Betreuung der Flüchtlinge gedankt, berichtete Xinhua.

Die Kokang, Nachfahren chinesischer Einwanderer in Birma, haben sich gegen die Order aufgelehnt, ihre Waffen abzugeben und sich in eine Grenztruppe zu integrieren. Mit diesem Plan will die Militärjunta die Region vor den geplanten Wahlen im kommenden Jahr völlig unter ihre Kontrolle bringen. Die Kokang fürchten um ihre Selbstständigkeit. dpa

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