Politik : gestalten Berlin

VBKI-Präsident Markus Voigt über die Neuausrichtung des Vereins, den Standort Berlin und seine Tanzpläne für den Abend.

Markus Voigt, 47, ist seit 2012 Chairman der Hyder
Markus Voigt, 47, ist seit 2012 Chairman der Hyder

Herr Voigt, der VBKI erneuert sich gerade. Wie passt eigentlich so etwas Altmodisches wie ein Ball dazu?

Ein Ball muss nicht altmodisch sein, sondern kann ganz modern sein. Der VBKI-Ball hat sich in den letzten Jahren – auch schon vor meiner Amtszeit – längst in diese Richtung entwickelt. Das Durchschnittsalter der Besucher sinkt, und es geht auch nicht vor allem um Standardtänze. Die meisten kommen, um gemeinsam mit der Berliner Wirtschaft und Politik ein großes Fest zu feiern.

Networking und Geschäftliches sind tabu?

Networking ist nie tabu. Mit Sicherheit führt unser Ball zum einen oder anderen Kontakt und dient der Vertrauensbildung.

Sie sind seit bald anderthalb Jahren im Amt. Wie beurteilen Sie Ihre Bilanz ?

Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Uns, und damit meine ich das gesamte Präsidium, ist es gelungen, auf einer sehr guten Basis aufzubauen und Neues anzuschieben. Wir haben den Verein zukunftsfähiger gemacht. In einer Präsidiumsklausur haben wir klare strategische Beschlüsse gefasst und definiert, wo wir mit dem Verein in drei und in fünf Jahren stehen wollen. Wir haben den Verein gesellschaftsrechtlich umstrukturiert und dadurch unseren Handlungsspielraum erweitert. Vor allem aber haben wir uns inhaltlich viel stärker positioniert, wie man unserem Internetauftritt und unserem Magazin deutlich ansieht. Und wir haben uns einen neuen Claim gegeben, der auf dem Ball erstmals dem Publikum vorgestellt wird.

Wie lautet der?

WIR UNTERNEHMEN BERLIN.

Was bedeutet das?

Das können Sie so oder so lesen – die Doppeldeutigkeit ist gewollt. Wir sind die Unternehmen Berlins, und wir wollen viel für Berlin unternehmen – für ganz Berlin, für alle Generationen, für Unternehmer jeder Herkunft, für Männer und Frauen, für die gesamte Wirtschaft und als Schnittstelle zwischen Old and New Economy.

Sie haben gesagt, Sie haben sich Ziele für fünf Jahre vorgenommen. Wo steht der VBKI in fünf Jahren?

Für Unternehmer, die Berlin gestalten wollen, wird die Mitgliedschaft im VBKI dann ein Muss sein – so wie sie es vor 100 Jahren schon einmal war. Wir bauen unser Angebot kontinuierlich aus und erarbeiten auf vielen Themenfeldern neue Ideen und Konzepte für unsere Stadt und ihre Menschen. Wir mischen uns ein und übernehmen Verantwortung.

Warum brauche ich als Unternehmer den VBKI, wenn ich doch schon Mitglied der IHK bin oder sein muss?

Die Kammern haben in weiten Teilen ganz andere Aufgaben als der VBKI, zum Beispiel bei der sehr wichtigen dualen Berufsausbildung. Der VBKI hat als wichtiges Alleinstellungsmerkmal die sozialen Projekte, etwa das Bürgernetzwerk Bildung. Viele unserer Mitglieder wollen der Stadt etwas zurückgeben. Dafür ist der VBKI eine ideale Plattform. Gleichzeitig ist er das zentrale Unternehmernetzwerk in der Hauptstadt – und darüber hinaus.

Was sind die wichtigsten Themen der Berliner Wirtschaft – wenn wir vom BER einmal absehen?

Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle miteinander, die traditionelle Wirtschaft ebenso wie die Politik, die neue Gründerszene erst im vergangenen Jahr angefangen wahrzunehmen. Erst jetzt kommt den Gründern in der IT, aber auch in der Gesundheitswirtschaft die Achtung zu, die sie verdienen. Das gibt uns gewaltige Chancen. Ich wünsche mir, dass wir Berlin als den Standort in Deutschland positionieren, an dem die Suche nach Talenten am erfolgreichsten funktioniert. Unternehmen aus Baden-Württemberg und Bayern sollen erkennen, dass sie mit einer Niederlassung in Berlin präsent sein müssen.

Drei Fragen zum Schluss des Interviews, und ich bitte Sie, sie alle mit einer Zahl zu beantworten.

Okay.

Wie viele Tänze werden Sie am Ende des Balls hinter sich haben?

Drei.

Wann gehen Sie nach Hause?

Um drei.

Wann wird BER eröffnet?

Ganz sicher trägt die Jahreszahl keine drei am Ende.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben