Politik : Gesunder Nachmittag

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Seit 1. April ist es in deutschen Kinos nicht mehr erlaubt, Werbung für Tabak und Alkohol vor 18 Uhr zu zeigen. Das erklärte Ziel der Drogenbeauftragten ist es, noch mehr Werbung zu verbieten, damit vor allem Jugendliche weniger rauchen. Versuche dieser Art stoßen aber jedesmal auf heftigen Widerstand der Tabakindustrie, der Alkoholindustrie und bei Werbefirmen. Die Zeitungsverleger argumentieren, dass ihnen hierdurch Anzeigeneinnahmen entgingen, die langfristig Arbeitsplätze kosteten und letztlich zu einer Einschränkung der Pressefreiheit führten. Als die EU 1998 einen Vorstoß unternahm, bis 2006 ein absolutes, europaweites Werbeverbot für Tabakprodukte durchzusetzen, reichte an der Seite von Tabakfirmen die damalige Bundesregierung Klage ein. Der Europäische Gerichtshof urteilte, dass ein solches Verbot nicht zulässig sei. Dafür fehlten die Grundlagen. Denn in Deutschland sind Zigaretten und Spirituosen legale Produkte. Ein generelles Werbeverbot lässt sich darum für sie nicht anordnen. ded

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