Gesundheit : Chronologie der Ärzte-Streiks

Der Tarifstreit der Ärzte begann im August 2005. Ärzte an kommunalen Kliniken streikten und verhandelten bis zum 17. August. Eine Dokumentation.

Zunächst kämpften die Mediziner an Universitätskliniken erfolgreich um einen eigenen Ärztetarifvertrag. Seit Ende Juni 2006 waren die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Ausstand. Wir dokumentieren die wichtigsten Etappen der Ärzte-Streiks.

8. März 2005: Die Ärzte des Marburger Uni-Klinikums protestieren gegen Gehaltskürzungen und schlechte Arbeitsbedingungen. Zu dem Warnstreik hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgerufen.

1. August 2005: Über 10.000 Hochschulmediziner beteiligen sich in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Berlin an einer bundesweiten Protestwoche. Die Ärzte fordern die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf, ein Tarifangebot für die 22.000 Ärzte an deutschen Universitätskliniken abzugeben.

15. September 2005: Die Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der TdL beginnen.

19. Oktober 2005: Rund 8500 Mediziner in 13 Städten beteiligen sich an Protestaktionen. Erstmals wird auch die Forderung nach Einkommenserhöhungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern laut.

18. Januar 2006: Zum "Tag der Ärzte" versammeln sich 10.000 Mediziner in Berlin. Bundesweit bleibt rund die Hälfte der Arztpraxen geschlossen.

9. März 2006: Der Marburger Bund erklärt die Tarifverhandlungen mit der TdL für gescheitert.

13./14. März 2006: In einer Urabstimmung des Marburger Bundes sprechen sich 98,4 Prozent der Mediziner für bundesweite Streiks aus.

16. März 2006: An acht Uni-Kliniken und Landeskrankenhäusern legen Ärzte ihre Arbeit nieder.

5. Mai 2006: Die Tarifverhandlungen zwischen Marburger Bund und TdL werden fortgesetzt.

9. Juni 2006: Der Marburger Bund bricht die Verhandlungen mit der VKA ab und will über einen Streik auch an kommunalen Krankenhäusern abstimmen lassen.

16. Juni 2006: Der Marburger Bund und die TdL einigen sich auf einen Tarifvertrag für die Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern.

26. Juni 2006: Der Ärztestreik an kommunalen Krankenhäusern beginnt. Bundesweit legen rund 7500 Ärzte die Arbeit nieder. In einer Urabstimmung hatten sich 97,1 Prozent der Ärzte für einen Arbeitskampf ausgesprochen.

7. Juli 2006: Nach einmonatiger Unterbrechung werden die Tarifverhandlungen zwischen Marburger Bund und VKA wieder aufgenommen. Der Marburger Bund fordert Gehaltserhöhungen zwischen 15 und 20 Prozent, die sich an dem Tarifvertrag für die Ärzte an Universitätskliniken orientieren.

18. Juli 2006: Die Tarifparteien erklären ihre Verhandlungen erneut für gescheitert. Die Arbeitgeber wollten die vom Marburger Bund geforderten Einkommenserhöhungen nicht akzeptieren.

1. August 2006: Die Arbeitgeber einigen sich mit den Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion auf einen Tarifvertrag für das Personal an kommunalen Krankenhäusern. Der Marburger Bund erkennt den Vertrag nicht an.

14. August 2006: Marburger Bund und VKA nehmen die Tarifgespräche nach fast vierwöchiger Pause wieder auf.

17. August 2006: Marburger Bund und VKA einigen sich nach einer Marathonsitzung in der siebten Verhandlungsrunde auf einen Tarifvertrag. (tso/ddp)

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