Gesundheit : Drei Bundesländer rauchfrei

Für Raucher sind härtere Zeiten angebrochen: Als erste Bundesländer setzten Baden-Württemberg und Niedersachsen Rauchverbote in Gaststätten, Kliniken, Landesbehörden und Schulen in Kraft. Probleme macht nun vor allem die Kontrolle.

Rauch
Ausgequalmt: In Kneipen funktioniert es noch nicht. -Foto: ddp

BerlinMecklenburg-Vorpommern verbannt die Raucher zwar aus Behörden, Kliniken und Schulen, gibt ihnen aber in der Gastronomie noch eine Gnadenfrist bis 2008. Bei Bürgern und Gastwirten gibt es indes noch viele offene Fragen. In Niedersachsen richtete das Sozialministerium eine Telefon-Hotline ein. Auch in Baden-Württemberg ist vielen noch unklar, wie das neue Gesetz umgesetzt wird. Die Behörden sehen Probleme bei der Kontrolle. Gastronomen bombardierten die Ämter mit Anfragen, etwa ob Essen durch den Raucherraum getragen werden kann oder ob der Weg zur Toilette durch den Raucherraum führen darf.

"Es herrscht eine große Unsicherheit", sagte eine Sprecherin der Stadt Friedrichshafen. In Tübingen hieß es: "Wir werden keine Rauch- Sheriffs losschicken." In Stuttgart sagte eine Sprecherin: "Die Raucher brauchen Zeit, das Verbot mitzubekommen." Freiburg hält eine Überwachung kaum für möglich. Ein Bußgeld sei nur möglich, wenn man jemanden ertappe. Baden-Württembergs Gesundheitsministerin Monika Stolz (CDU) sagte: "Gerade bei jungen Menschen hoffe ich, dass für sie das Nichtrauchen zur Normalität wird und sie am besten nie mit Rauchen anfangen."

Im Landtag in Stuttgart verhängte nur die Grünen-Fraktion ein Rauchverbot in ihren Räumen. Die CDU richtete ein Raucherzimmer ein. Bei SPD und FDP sind die Gemeinschaftsräume rauchfrei, aber in den persönlichen Büros dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter weiter rauchen. In Niedersachsen sagte ein Sprecher des Sozialministeriums, kurz vor Inkrafttreten des Rauchverbots hätten sich die Anrufe von Ratsuchenden gehäuft. Thema seien unter anderem die notwendigen Umbauten in Restaurants und Kneipen. Eine Klinik in Lüneburg verbannte rauchende Patienten in ungeheizte Glaspavillons. Damit wolle man verhindern, dass Personal und Patienten an den Eingängen rauchen, erklärte die Klinikleitung. (mit dpa)

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