Gesundheit : Krankenkassen erhöhen auf breiter Front die Beiträge

Die gesetzlichen Krankenkassen werden zum 1. Januar ihre Beiträge auf bis zu 13,9 Prozent erhöhen. Auch viele Betriebskrankenkassen planen eine Beitragssteigerung.

Berlin - Nach der Techniker Krankenkasse und den Allgemeinen Ortskrankenkassen von Bayern und Niedersachsen beschloss am Dienstag nach Informationen des Tagesspiegels auch die Gmünder Ersatzkasse eine Erhöhung um 0,3 Punkte auf 13,9 Prozent.

Die Hanseatische Krankenkasse (HEK) meldete eine Erhöhung von 13,3 auf 13,9 Prozent. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) will am Mittwoch eine "leichte Beitragssteigerung" bekannt geben, wie ein Sprecher sagte. Barmer, DAK und Hamburg-Münchener wollen ebenfalls erhöhen - und dies am Donnerstag bekannt geben. Ein DAK-Sprecher sagte, eine Steigerung werde es "mit Sicherheit geben". Ein Sprecher der Barmer versicherte, die größte Ersatzkasse werde mit ihrer Erhöhung aber unter dem prognostizierten Beitragsplus der gesetzlichen Kassen von durchschnittlich 0,7 Prozentpunkten bleiben.

Höhere Steuern und Ausgaben

Ein "Großteil der knapp 200 Betriebskrankenkassen müsse ebenfalls die Beiträge heraufsetzen, sagte der Sprecher des BKK-Bundesverbands, Florian Lanz, dem Tagesspiegel. Allein in Baden-Württemberg hätten 20 der 27 Betriebskrankenkassen Beitragserhöhungen angekündigt. Der Branchenführer Deutsche BKK bestätigte, dass man die bisherigen 13,4 Prozent nicht halten könne und "leider nach oben" gehen müsse. Der Verwaltungsrat werde dies am Donnerstag beschließen. Als Gründe für die Erhöhungen nannte Verbandssprecher Lanz nicht nur die geplante Mehrwertsteuererhöhung, die Verminderung des Steuerzuschusses und höhere Ausgaben für Krankenhausbehandlung.

"Richtig ins Geld" gingen auch die Beschlüsse zur Kostenübernahme von Medikamentenvorräten für eine Vogelgrippe-Pandemie sowie zur Impfkosten-Übernahme für Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen ins Ausland gehen. Beides koste die gesetzlichen Kassen jeweils mehr als eine Milliarde Euro. Der Konjunkturaufschwung hingegen, auf den Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verweise, nütze den Kassen nur dann, "wenn die Arbeitnehmer auch höhere Löhne bekommen". (Tsp/tso)

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