Gesundheitsfonds : Ministerin Schmidt will Korrektur beim Krankengeld

Die Änderung hielt nicht lange. Seit Jahresbeginn und dem Start des Gesundheitsfonds mussten Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung nur noch einen um 0,6 Prozentpunkte ermäßigten Beitragssatz zahlen, hatten dafür aber keinen Anspruch mehr auf Krankengeld.

Rainer Woratschka

BerlinDiese Absicherung gab es nur über zusätzliche Wahltarife, die von den Krankenkassen angeboten werden mussten, oder über eine private Zusatzversicherung. Künftig sollen Selbstständi ge zumindest wählen dürfen: entweder ermäßigter Satz ohne oder voller Satz mit Krankengeldanspruch ab der siebten Woche.

Mit dem Optionsmodell reagiere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf die unzureichenden Angebote der Krankenkassen, sagte Sprecher Klaus Vater dem Tagesspiegel. Viele Anbieter seien mit den Wahltarifen „sehr spät in die Puschen gekommen“, auch sei die zusätzliche Krankengeldabsicherung gerade für Ältere „sehr teuer“. Hinzu komme, dass sich offenbar viele der gut eine Million Betroffenen nicht um den nötigen Zusatzschutz gekümmert hätten.

Im Referentenentwurf des Ministeriums wird empfohlen, das Gesetz rückwirkend zum 1. Januar zu ändern. Die Kassen und der Bundesverband der Freien Berufe begrüßten die Pläne. Man sei ja bemüht, die interessante Klientel der freiwillig Versicherten zu halten, sag te Florian Lanz, der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes. Dass Angebote für ältere Selbstständige teurer ausgefallen seien, lie ge aber in der Natur eines privatwirtschaftlich kalkulierten Tarifs. „Und dass wir den anbieten sollten, hatte der Gesetzgeber vorgegeben.“

Die CSU kündigte derweil an, sie wolle die gesamte Gesundheitsreform erneut auf den Prüfstand stellen und ein Alternativkonzept vorlegen. „Wir werden in diesem Jahr in Bayern ein bürgerlich-föderales Gesundheitskonzept entwickeln“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) der „Passauer Neuen Presse“. „Die Bürgerversicherung ist der falsche Weg und die Kopfpauschale war eine Sackgasse. Wir brauchen eine bürgerliche Strategie.“

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