Gesundheitsfonds : Vorteile für Ortskrankenkassen

Von der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 werden vor allem die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) profitieren. Sie bekommen in etwa 2,4 Milliarden Euro mehr als bisher.

Berlin -  Von den rund 167 Milliarden Euro, die im nächsten Jahr an die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt werden, erhalten die AOKen nach Angaben des Bundesversicherungsamts rund 65 Milliarden Euro. Und damit in etwa 2,4 Milliarden mehr als bisher. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Bundesversicherungsamtes (BVA) hervor, das den Fonds verwaltet.

Künftig erhält eine Kasse mehr Geld, wenn sie mehr alte, kranke oder ärmere Menschen versichert. Mit dem Gesundheitsfonds zahlen die Versicherten ab 2009 einen einheitlichen Beitrag von 15,5 Prozent. Durch die Beitragserhöhung nehmen die Kassen rund elf Milliarden Euro mehr ein als in diesem Jahr. Die Betriebskrankenkassen müssen rechnerisch auf 1,1 Milliarde Euro verzichten. Die Angestellten- und Ersatzkrankenkassen erhalten 530 Millionen Euro weniger als nach geltendem Recht, die Innungskrankenkassen 455 Millionen Euro.

Das BVA teilte den Krankenkassen am Wochenende mit, welchen Betrag sie im nächsten Jahr aus dem Fonds für ihre Versicherten erhalten. Im Schnitt erhält jede Kasse eine Grundpauschale von 185 Euro im Monat. Hinzu kommen Zu- oder Abschläge je nach Alter, Geschlecht und Krankheitsrisiko – die Spannbreite liegt zwischen 100 und 270 Euro pro Versichertem. Welche Kasse wie viel Geld erhält, ist nach Angaben des BVA aber „Geschäftsgeheimnis“. Von der Höhe der Zuweisungen hängt auch ab, ob eine Kasse 2009 einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben muss. Das Gesundheitsministerium rechnet damit, dass dies „nur in wenigen Fällen“ notwendig wird. Die AOK hatte bereits angekündigt, dass sie darauf verzichten wird, die Gmünder Ersatzkasse (GEK) kündigte dies am Montag an. ce

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