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Gesundheitskosten : Kassenverband rechnet mit mehr Zusatzbeiträgen im nächsten Jahr

Der konjunkturelle Aufschwung bringt den Krankenkassen keine Erleichterung, sondern neue Finanzprobleme. Der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen warnt vor mehr Zusatzbeiträge.

„Höhere Beitragseinnahmen fließen nur in den Gesundheitsfonds und kommen bei uns nicht an“, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Thomas Ballast, dem Tagesspiegel. Gleichzeitig erhöhten die Nachbesserungen, die niedergelassene Ärzten, Zahnärzten und Kliniken nun aufgrund der wirtschaftlichen Besserung erhielten, die Kassenausgaben. Dies könne „dazu führen, dass die Kassen 2011 mehr Zusatzbeiträge verlangen müssen als bisher“, warnte Ballast.

Bisher hieß es, dass die Kassen dank der Beitragserhöhung um 0,6 Prozentpunkte im kommenden Jahr keine neuen Zusatzbeiträge erheben müssten. Derzeit verlangen neun Versicherer – darunter die DAK und die KKH- Allianz – von ihren Mitgliedern zusätzlich acht Euro pro Monat, drei weitere ein Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens

Durch die jüngsten Änderungen am GKV-Finanzierungsgesetz entstehe eine neue Situation, betonte Ballast. Die Kliniken profitierten von dem Nachschlag mit 400 Millionen, die niedergelassenen Ärzte mit 120 Millionen und die Zahnärzte mit rund 27 Millionen Euro. Dieses Geld müssten die Kassen aufbringen, erhielten aber dafür keine höheren Zuweisungen aus dem Fonds. Diese richteten sich nämlich allein nach den Prognosen des Schätzerkreises von Anfang Oktober, in denen die konjunkturbedingten Aufschläge für Ärzte und Kliniken noch nicht berücksichtigt waren.

Nach Tagesspiegel-Informationen könnte es im nächsten Jahr vor allem für einige Ortskrankenkassen eng werden. „Wir gehen ohne Zusatzbeiträge ins Jahr 2011, können aber nicht versprechen, das ganze Jahr ohne auszukommen“, sagte die Sprecherin der AOK Bayern, Helga Leirich. Auch die AOK Berlin-Brandenburg, die zum Jahreswechsel mit der AOK Mecklenburg-Vorpommern zur AOK Nordost fusionieren will, gibt noch keine Ganz-Jahres-Garantie. Man müsse das von der Reformumsetzung abhängig machen, sagte Sprecherin Gabriele Rähse. Barmer GEK und Techniker Krankenkasse dagegen schließen Zusatzbeiträge für 2011 „definitiv“ aus. (Tsp)

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