Gesundheitspolitik : Krankenkasse verärgert über von der Leyen

Die Bundesfamilienministerin Ursula hat dazu aufgerufen, teure Krankenkasse zu wechseln. Das hat ihr den Zorn einer großen Krankenkasse eingebracht. Der Barmer-Vorstandsvorsitzende warf der Ministerin vor, das neue Gesundheitssystem nicht verstanden zu haben.

Hamburg Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat mit ihrem Aufruf zum Kassenwechsel eine große Krankenkasse verärgert. "Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist kontraproduktiv, weil er die Chancengleichheit unter den Krankenkassen aushöhlt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Johannes Vöcking, der "Financial Times Deutschland" laut Vorabbericht. Von der Leyen hatte die Versicherten indirekt dazu aufgefordert, solche Krankenkassen zu boykottieren, die nach Einführung des Gesundheitsfonds ihre Beiträge unangemessen erhöhen.

Vöcking warf von der Leyen vor, Sinn und Zweck des geplanten Gesundheitsfonds nicht verstanden zu haben. "Das bisherige System krankt doch daran, dass die Kassen nur noch darum konkurrieren, wer die meisten jungen, gesunden Patienten hat. Wer jetzt zum Kassenwechsel aus rein finanziellen Motiven aufruft, fördert diesen ungesunden Wettbewerb noch", sagte Vöcking. Nötig sei ein "gesunder Wettbewerb" um die beste Versorgung der Patienten. Sollten sich nach Einführung des Gesundheitsfonds gesunde Gutverdiener massenhaft für den Wechsel zu einer günstigen Kasse entscheiden, wäre dies nach seiner Ansicht ein Rückschritt für die Chancengleichheit unter den Krankenkassen. (ae/ddp)

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