Gesundheitsreform : Zeitplan für Röslers Reform wackelt

Kurz vor dem Start der heißen Verhandlungsphase zur Gesundheitsreform debattiert die Union über eine mögliche Verschiebung beim umstrittenen Sozialausgleich.

Phillipp Rösler.
Phillipp Rösler.Foto: dpa

Berlin - Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU), sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Bei den Regelungen zum Zusatzbeitrag und zum Sozialausgleich sind wir nicht unter Zeitdruck.“ Man wolle zwar das gesamte Gesetz bis Jahresende unter Dach und Fach zu bringen. „Aber wir sind am Beginn der Verhandlungen und müssen nun erst einmal sehen, wie weit wir kommen.“

An diesem Sonntag treffen die Gesundheitspolitiker der Koalition erstmals zu Beratungen über den Referentenentwurf von Minister Philipp Rösler (FDP) zusammen. Die Anhebung des Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent ist unstrittig. Die Zusatzbeiträge mit Sozialausgleich hingegen sind im Detail noch Gegenstand von Meinungsunterschieden. Diese Regelungen sollen zwar eigentlich auch zum Jahresanfang starten, doch nötig sollen höhere Zusatzbeiträge plus Ausgleich erst später werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), mahnte, vereinbart sei das Inkrafttreten der gesamten Reform zum 1. Januar. „So wollen wir es halten.“ Die offenen Fragen zum Sozialausgleich könnten bei gutem Willen aller Beteiligten geklärt werden. Hier geht es um die umfangreichen neuen Datenströme zu den Einkommensverhältnissen der Arbeitnehmer zwischen den Betroffenen, den Krankenkassen und den Arbeitgebern, die Rösler zur Realisierung der pauschalen Zusatzbeiträge plus Ausgleich für nötig hält.

Die Runde am Sonntag will zudem über die geplanten Preisverhandlungen zwischen Pharmabranche und Krankenkassen beraten, über die Honorare für Ärzte und die Zukunft der umstrittenen Sonderregelungen für Hausärzte. Die Reform dürfte nach einem Bericht des „Spiegel“ spürbare Löcher in die Staatskassen reißen. Das Bundesfinanzministerium gehe in einem internen Schreiben von Mitte August davon aus, dass die geplante Beitragssatzerhöhung für die Krankenversicherung Belastungen für den Bundeshaushalt in Höhe von 420 Millionen Euro bringen werde.dpa

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