Gesundheitsschutz : Tausende Erzieher und Sozialarbeiter streiken

Mehrere tausend Kinder mussten heute unfreiwillig zu Hause bleiben. Bundesweit traten 19.000 Beschäftigte von Kindergärten und sozialen Einrichtungen in den Warnstreik. Mit dieser Aktion fordern ver.di und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissen (GEW) bessere Arbeitsbedingungen.

BerlinDer Schwerpunkt der Aktion lag in Nordrhein-Westfahlen. In 23 Städten versammelten sich dort insgesamt 4500 Menschen zu Protestveranstaltungen. In Hannover protestierten 2000 Menschen, in Mainz kamen 1000 Erzieher zusammen, ebenso in Stuttgart. Nur Hamburg und Berlin waren von den Streiks nicht betroffen.

Kernforderung des Warnstreiks ist ein tarifvertraglich geregelter Gesundheitsschutz für die rund 220.000 bei Kommunen angestellten Erzieher und Sozialarbeiter. Viele Beschäftigte seien gerade in diesen Bereichen mit ihrer Arbeit überfordert und können sich nicht vorstellen, bei den gegenwärtigen Bedingungen das Rentenalter gesund zu erreichen. Am 30. April hat ver.di die Verhandlungen mit den Arbeitgebern für gescheitert erklärt. An diesem Donnerstag soll eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik beginnen, ein Ergebnis wird zum 14. Mai erwartet.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisiert den Streik scharf. Die Forderung nach einem besseren Gesundheitsschutz sei nur Vorwand, um generell ein neues Bezahlungssystem zu erwirken. Der aktuelle Tarifvertrag gelte noch bis 2011, damit sei auch eine Friedenspflicht verbunden. (mm/dpa)

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