Gesundheitswesen : 2007 waren rund 200.000 Menschen nicht krankenversichert

In Deutschland gibt es mehrere hunderttausend Menschen, die keinerlei Krankenversicherung haben. Unter Erwerbstätigen sind das vor allem Selbstständige und mitarbeitende Familienangehörige.

WiesbadenIm vergangenen Jahr haben rund 200.000 Menschen in Deutschland keinen Krankenversicherungsschutz besessen. Trotz einer Versicherungspflicht ab April 2007 waren durchschnittlich 196.000 Personen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Versorgung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Damit waren 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung ohne Krankenversicherungsschutz. Der Statistik zufolge handelte es sich dabei größtenteils um Männer (68 Prozent). Das Bundesgesundheitsministerium wies darauf hin, dass die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherungsschutz durch die Gesundheitsreform inzwischen deutlich abgenommen habe und weiter sinken dürfte.

Ohne Krankenversicherungsschutz waren auch 82.000 Erwerbstätige, überwiegend Selbstständige und mithelfende Familienangehörige. Die Erwerbstätigen waren in der Mehrheit 30 bis 49 Jahre alt. 18 Prozent waren unter 30 Jahre alt, 26 Prozent waren 50 Jahre und älter. Besonders häufig haben die Erwerbstätigen ohne Krankenversicherungsschutz einen niedrigen beziehungsweise keinen schulischen oder beruflichen Abschluss (76 Prozent). Nur gut 23 Prozent gaben an, mindestens einen mittleren Abschluss erworben zu haben. Ein Prozent der Befragten machten keine Angaben zum beruflichen Abschluss.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind durch die jüngste Gesundheitsreform inzwischen etwa 130.000 zuvor nicht- versicherte Bürger in den Krankenschutz einbezogen worden. "Das heißt, die Regelung wirkt", sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. Da zum 1. Januar 2009 auch die privaten Krankenversicherungen einen Basistarif für ehemalige Versicherte - die derzeit ohne jeden Schutz dastehen - anbieten müssen, "gehen wir davon aus, dass sich die Zahl der Nicht-Krankenversicherten weiter vermindert". (mhz/ddp/dpa)

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