Politik : Gesundheitswesen: Ärztechef Hoppe für "intelligente Budgets"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, rechnet bereits im Frühjahr mit der Einrichtung eines runden Tisches, um die Finanzprobleme im Gesundheitswesens zu lösen. Die Reaktionen auf seinen entsprechenden Vorschlag seien durchweg positiv, sagte Hoppe am Montag. Bei dem Treffen zwischen Vertretern von Politik, Ärzteschaft, Kassen, Kliniken und Apotheken müsse es zunächst um eine schonungslose Bestandsaufnahme gehen.

Erst dann "können wir uns an die eigentliche Herausforderung wagen: an die Diskussion der Finanzierungsprobleme", sagte Hoppe. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für die Einführung "intelligenter Budgets" aus. "Die Ärzte müssen wieder in die Lage versetzt werden, ihre Behandlungen und Verschreibungen vorrangig am medizinischen Bedarf auszurichten", verlangte der oberste Vertreter der 363 000 Mediziner in Deutschland.

Nach Überzeugung Hoppes könnte dies mit individuellen Richtgrößen für die einzelne Praxis erreicht werden. "Sie würden den Ärzten erlauben, bei außergewöhnlichen Krankheitsverläufen flexibler zu reagieren und hätten zusammen mit konkreten Therapieempfehlungen etwa unserer Arzneimittelkommission eine steuernde Wirkung", betonte der Ärztepräsident.

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