Gesundheitswesen : Immer mehr Leiharbeiter in der Pflege

Für ihr Pflegepersonal greifen Krankenhäuser und Altenheime immer häufiger auf Leiharbeiter zurück. Ihre Zahl habe sich seit 2004 verfünffacht und werde weiter zunehmen, heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeit und Technik.

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Derzeit seien gut 19.000 Leiharbeitskräfte in Gesundheitsberufen beschäftigt - das sind knapp 1,5 Prozent der rund 1,3 Millionen Pflegekräfte und 3,2 Prozent aller Leiharbeitnehmer. Etwa 80 Prozent davon seien Frauen.

Drei Gründe nennen die Forscher für diese Entwicklung: hohen Personalbedarf, fehlendes Geld für neue Planstellen sowie Probleme, geeignete Bewerber zu finden. Während Industrie und andere Dienstleister eher auf unqualifizierte Zeitarbeiter setzen, kommt es in der Pflege oft auf die richtige Ausbildung an. Gleichzeitig sei die Personaldecke nach den Stellenkürzungen der vergangenen Jahre so dünn, dass "schon einzelne krankheitsbedingte Ausfälle die Personalplaner regelmäßig in Bedrängnis bringen", heißt es in der Studie. Mitunter würden Leiharbeiter eingesetzt, "damit das Stammpersonal überhaupt dazu kommt, Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen".

Dabei sind Leiharbeitnehmer selber häufiger krank und werden schneller entlassen als Berufstätige in anderen Wirtschaftszweigen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann hervor. Das Entlassungsrisiko bei Leiharbeitnehmern war im Jahr 2009 demnach im Durchschnitt etwa sechs Mal so hoch wie in der übrigen Wirtschaft.

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