Getötete UN-Soldaten : Annan akzeptiert Israels Bedauern

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat das von Israel ausgedrückte Bedauern über die Tötung von vier Blauhelmsoldaten im Südlibanon angenommen.

Rom/Beirut - Ministerpräsident Ehud Olmert habe in einem Telefonat sein "tiefes Bedauern" ausgedrückt, sagte Annan. "Und wir akzeptieren das." Bei der Libanon-Konferenz in Rom konnten sich die Teilnehmer nicht auf eine Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe einigen. In einer Erklärung verlangten sie lediglich, schnell auf einen Waffenstillstand hinzuarbeiten. Bei schweren Kämpfen um die Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil im Südlibanon kamen acht israelische Soldaten ums Leben.

Er habe mit Olmert telefoniert, sagte Annan auf einer Pressekonferenz in Rom. "Olmert denkt zweifellos, dass es ein Fehler war und hat eine Untersuchung eingeleitet, und ich habe vorgeschlagen, dass wir eine gemeinsame Untersuchung vornehmen." Angesprochen auf eine Erklärung, in der Annan zuvor die Angriffe auf den UN-Posten als "offensichtlich absichtlich" bezeichnet hatte, sagte Annan, die Betonung liege auf dem Wort "offensichtlich". Vor Olmert hatte bereits das israelische Außenministerium sein Bedauern über das Bombardement des Postens ausgedrückt. Bei Angriffen der israelischen Armee war am Dienstagnachmittag die UN-Beobachtermission im Libanon (UNIFIL) in Chiam getroffen worden. Bei den vier toten Blauhelmsoldaten handelte es sich um einen Chinesen und vermutlich einen Österreicher, einen Finnen und einen Kanadier.

Nach Angaben der Vereinten Nationen setzte Israel am Mittwochmorgen seine Angriffe in der Nähe von UN-Posten im Südlibanon fort. Ein Artilleriegeschoss sei in etwa zehn Meter Entfernung von einem Hauptquartier der Mission UNIFIL in Nakura eingeschlagen, sagte die Vizegeneralsekretärin für UN-Friedenseinsätze, Jane Holl Lute, vor dem Sicherheitsrat in New York.

Auf der Konferenz in Rom forderten die Vertreter der 15 Teilnehmerländer und drei internationalen Organisationen, der Waffenstillstand müsse "dauerhaft und umfassend" sein. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy bedauerte, dass die Forderung eines "sofortigen Waffenstillstands" fehle. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte dagegen, die Region habe schon zu viele gebrochene Waffenruhen gesehen. Rice stellte für die kommenden Tage multilaterale Gespräche über den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in Aussicht. (tso/AFP)

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