Politik : Gewählter Präsident fordert Intervention in Elfenbeinküste

Abidjan - In der politischen Krise der Elfenbeinküste bleiben die Fronten verhärtet. In seiner ersten Fernsehansprache seit dem Beginn des Konflikts untermauerte der selbst ernannte Präsident Laurent Gbagbo seinen Anspruch auf das Amt des Staatschefs. „Ich bin der Präsident der Elfenbeinküste“, sagte Gbagbo. Er schlug eine internationale Untersuchung zur Klärung der Lage vor.

Das Lager seines Herausforderers Alassane Ouattara rief die internationale Staatengemeinschaft zum gewaltsamen Eingreifen auf. Da diplomatische Mittel gescheitert seien, sollten die Vereinten Nationen und die Europäische Union über den Einsatz von Zwangsmitteln nachdenken. „Es liegt auf der Hand, dass die Krise nur mit Gewalt gelöst werden kann“, sagte der von Ouattara als Ministerpräsident berufene Guillaume Soro einem französischen Fernsehsender. Soro war in der Regierung der nationalen Einheit vor der Wahl Gbagbos Premierminister gewesen. Er war zuvor Chef einer Rebellenmiliz aus dem Norden. Ouattara selbst hat sich seit Tagen nicht mehr öffentlich geäußert, sondern Soro für sich sprechen lassen. Soro hat schon am Vortag zu Massendemonstrationen gegen Gbabgo aufgerufen.

Gbagbo hatte sich erneut als Staatschef vereidigen lassen, obwohl nach der Präsidentschaftswahl Ende November der Oppositionskandidat Ouattara von der Wahlkommission zum Sieger erklärt worden war. Die Europäische Union erließ am Mittwoch ein Einreiseverbot gegen Gbagbo und 18 seiner Vertrauten. Nigeria bot Gbagbo unterdessen Asyl an, wenn er abtreten sollte. AFP/rtr/deh

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