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Gewalt in Fußballstadien : Bayerns Innenminister fordert vom DFB härtere Strafen

Joachim Herrmann verlangt mehr Konsequenz gegen Fangewalt. Spielabbrüche dürften kein Tabu sein. Stadionverbote müssten durchgesetzt werden.

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Fordert konsequente Kontrollen: CSU-Politiker Herrmann.
Fordert konsequente Kontrollen: CSU-Politiker Herrmann.Foto: Alexander Heinl/dpa

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dringt auf einen stärkeren Einsatz der Fußballvereine gegen Gewalt in den Stadien. Die meisten arbeiteten zwar schon eng mit der Polizei zusammen, sagte Herrmann dem Tagesspiegel im Interview. „Dennoch sollten die Vereine noch stärker in die Pflicht genommen werden.“

Insbesondere, so der CSU-Politiker, sei dort die Fan-Arbeit zu intensivieren. Es brauche „den Einsatz qualifizierter Sicherheits- und Ordnungskräfte in ausreichender Zahl“. An den Einlässen und Zugängen müsse es konsequente Kontrollen geben. Und Stadionverbote müssten „ohne Wenn und Aber“ ausgesprochen und durchgesetzt werden. In letzter Konsequenz dürfe auch ein Spielabbruch nicht tabu sein, sagte Herrmann. Und das Sportgericht des DFB müsse „nach Verfehlungen von Fans auch häufiger konsequente Strafen gegen die Vereine verhängen, wenn es Mängel beispielsweise bei der Zugangskontrolle gegeben hat“.

"Pyrotechnik muss konsequent unterbunden werden"

Herrmann erneuerte seine Forderung, am bestehenden Verbot von Pyrotechnik bei Fußballspielen nicht zu rütteln. „Die Verwendung von Pyrotechnik in den Stadien und auf den Wegen dorthin ist extrem gefährlich und muss deshalb konsequent unterbunden werden“, sagte der CSU-Politiker.

Es sei Aufgabe der Vereine, dieses Verbot durchzusetzen. „Ich erwarte, dass konsequent nach Feuerwerkskörpern und ähnlichem kontrolliert wird. Es kann nicht sein, dass jedes Jahr Tausende Polizisten zusätzlich abgestellt werden müssen, weil die Vereine nicht ausreichend für Sicherheit sorgen.“

Zulauf von Rechtsextremisten "besorgniserregend"

Als „besorgniserregend“ bezeichnete es der bayerische Innenminister, dass sich seit einiger Zeit auch Rechtsextremisten unter die Hooligans mischten. Die „Kriegserklärung“ einiger Ultras gegen den DFB zur neuen Bundesliga-Saison sei skandalös.

Dass die Steuerzahler für die Polizeieinsätze rund um Fußballspiele zur Kasse gebeten werden, verteidigte der CSU-Politiker. Es gehe dabei um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, also um einen "Kernbereich polizeilicher Tätigkeit" - und davon profitierten ja nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Bürger, deren Umfeld möglichst wenig beeinträchtigt werden solle. Im übrigen gelte die grundsätzliche Kostenfreiheit auch für alle anderen Großveranstaltungen wie Konzerte, Festzüge und Demonstrationen.

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