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Gewalt in Nahost : Palästinenser getötet - Israel unter Beschuss

Kurz vor einer neuen Vermittlungsmission von US-Außenminister John Kerry spitzt sich die Lage im Nahen Osten weiter zu. Im Westjordanland wurden zwei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen. Im Süden Israels schlug am Donnerstag wieder eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Granate ein.

Am Donnerstag wurden die getöteten Palästinenser beigesetzt - dabei kam es am Rande zu neuen Unruhen. Foto: Reuters
Am Donnerstag wurden die getöteten Palästinenser beigesetzt - dabei kam es am Rande zu neuen Unruhen.Foto: Reuters

Im Westjordanland haben israelische Soldaten zwei Palästinenser erschossen. Im Süden Israels schlug am Donnerstag erneut ein aus dem Gazastreifen abgefeuertes Projektil ein. Ausgelöst wurden die neuen Spannungen durch den Krebs-Tod eines Palästinensers in israelischer Haft. US-Außenminister John Kerry reist nach Angaben des US-Außenministeriums am Wochenende zunächst in die Türkei und will zu Wochenbeginn dann in Israel und im Westjordanland Gespräche führen. An den Beerdigungen der Palästinenser beteiligten sich am Donnerstag mehrere Tausend Menschen. Am Rande der Beisetzungen kam es zu neuen Unruhen, bei denen Demonstranten israelische Soldaten mit Steinen bewarfen. Das Militär habe mit Tränengas und gummiummantelten Stahlgeschossen geantwortet. Dabei gab es nach palästinensischen Angaben mehrere Leichtverletzte.

Der wegen Terrorismus 2002 zu lebenslanger Haft verurteilte frühere Generalmajor der Palästinenserpolizei, Fatah-Aktivist Maisara Abu Hamdijeh, war am Dienstag in einem israelischen Gefängnis an Krebs gestorben. Die Palästinenser werfen den israelischen Behörden vor, den Mittsechziger nicht ausreichend medizinisch behandelt zu haben. Bei Protesten wegen seines Todes waren am Mittwochabend zwei 17-Jährige in der Nähe von Tulkarem von israelischen Soldaten erschossen worden. Nach Angaben eines Sprechers warfen die Palästinenser zuvor Molotowcocktails gegen den Militärposten, worauf die Soldaten mit Schüssen reagierten.

Das aus dem Gazastreifen abgefeuerte Projektil schlug im Bezirk Eschkol in ein Feld ein. Es habe weder Opfer noch Schäden gegeben, sagte der Armee-Sprecher. In der Nacht zu Mittwoch hatte Israel erstmals seit November wieder den Gazastreifen bombardiert. Damals hatten sich Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation nach einem tagelangem blutigem Schlagabtausch auf eine Waffenruhe geeinigt. Bei den achttägigen Kämpfen waren mehr als 160 Palästinenser und 6 Israelis getötet worden. Anfang dieser Woche hatten militante Palästinenser mehrmals Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert. Nach unbestätigten Informationen aus dem Gazastreifen ließ die dort herrschende radikal-islamische Hamas mehrere Mitglieder einer Salafistengruppe festnehmen, die sich zu den Angriffen auf Israel bekannt hatte.

In der angespannten Situation reist Kerry am Wochenende zu neuen Vermittlungsbemühungen nach Israel. Dort wird er mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammentreffen, wie das State Department am Mittwoch mitteilte. Kerry war bereits vor zwei Wochen mit Präsident Barack Obama in Jerusalem und in Ramallah. (dpa)

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