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Gewalt in Syrien : Französischer Journalist in Homs getötet

Erstmals seit Beginn der Proteste gegen Präsident Assad ist in Syrien ein ausländischer Journalist getötet worden. Ein Beobachter der Arabischen Liga quittierte seinen Dienst - ein Zeichen des Protests und Entsetzens über die Brutalität des Regimes.

18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
Foto: AFP
18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

Der Sender France 2 bestätigte am Mittwoch den Tod des Reporters Gilles Jacquier in der Stadt Homs. Nach einem Bericht des syrischen Senders Addunia TV wurden bei dem Angriff insgesamt acht Menschen getötet. Unter den 25 Verletzten sei auch ein Journalist aus den Niederlanden. Unterdessen wächst die Kritik an Assad und seinem Vorgehen gegen syrische Oppositionelle. Ein Beobachter der Arabischen Liga beendete aus Entsetzen über die Gewalt in Homs seinen Einsatz und bezeichnete die Mission als Farce.

Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders France 2 reiste der Reporter Jacquier auf Einladung der syrischen Regierung ins Land. Nach Beginn der Proteste gegen Assad im vergangenen März hatte die Regierung die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen. Im Zuge des Beobachtereinsatzes der Arabischen Liga wurden zuletzt aber wieder einige ausländische Medienvertreter zugelassen. Jacquier berichtete seinem Sender zufolge auch schon aus dem Irak und Afghanistan.

Der Angriff in Homs ereignete sich einem Augenzeugen zufolge bei einer Demonstration für Assad. Dabei seien Panzerfäuste abgefeuert worden. Er selbst habe drei Leichen gesehen, sagte der Augenzeuge. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Syrian Observatory for Human Rights hielten sich die Journalisten in der Nähe des Stadtteils Akrama auf.

Der französische Außenminister Alain Juppe forderte die syrischen Behörden auf, die Umstände des Vorfalls aufzuklären. Es sei Aufgabe der syrischen Behörden, für die Sicherheit der internationalen Korrespondenten zu sorgen.

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