Gewalteindämmung : Afghanistan und Pakistan wollen mit Taliban sprechen

Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen: Um die grenzüberschreitende Gewalt einzudämmen, wollen die Regierungen in Afghanistan und Pakistan Gespräche mit den radikalislamischen Taliban führen. Auch die USA werden mit am Verhandlungstisch sitzen.

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Afghanistans Abdullah Abdullah und Pakistans Owais Ghani wollen verhandeln. -Foto: dpa

Islamabad/WashingtonUnterhändler beider Länder verständigten sich am Dienstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad darauf, dass "Verhandlungen mit oppositionellen Gruppen dringend erforderlich und unerlässlich" seien, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Dies gelte auch für die Taliban und andere bewaffnete Gruppen, sagte der pakistanische Verhandlungsführer Owais Ghani. Nach Angaben eines US-Vertreters erwägt auch Washington Gespräche mit verhandlungsbereiten Aufständischen.

Die Kontakte mit den Regierungsgegnern sollten in beiden Ländern unter Vermittlung kleinerer Stammesräte, sogenannter Dschirgagai, aufgenommen werden, sagte Afghanistans Verhandlungsführer Abdullah Abdullah am Rande der Gespräche, an denen auch Stammesführer teilnahmen. Auf die Frage, ob dies auch für die Taliban und andere bewaffnete Gruppen gelte, sagte der Pakistaner Ghani: "Ja, es umfasst alle, die in diesen Konflikt verwickelt sind." Ghani ist Gouverneur der Provinz North West Frontier, die an den pakistanischen Stammesgebieten und an Afghanistan grenzt.

US-Regierung zu Gesprächen bereit

Die Stammesgebiete im Grenzgebiet der beiden Länder dienen den Taliban und anderen Aufständischen als Rückzugsgebiet. Nach Ansicht von Kabul und Washington planen sie von dort aus Angriffe gegen die internationalen Truppen in Afghanistan. Die USA hatten in den vergangenen Wochen mehrfach die Stammesgebiete angegriffen und damit den Zorn Pakistans auf sich gezogen. Inzwischen scheint jedoch auch US-Regierung zu Gesprächen mit Aufständischen bereit. "Wenn Menschen der Gewalt abschwören und ihre Waffen niederlegen, dann haben Verhandlungen Sinn", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Dienstag vor Journalisten. Gespräche sollten jedoch nur mit "versöhnungsbereiten" Rebellen geführt werden. (sba/AFP)

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