Gewalteskalation : Erneut Straßenschlachten und Plünderungen in Athen

Die Straßenschlachten in Athen gehen weiter. Junge Leute lieferten sich an mehreren Orten der griechischen Hauptstadt Auseinandersetzungen mit der Polizei. Schüler kündigten an, mehrere wichtige Straßen zu besetzen.

Athen Riots Foto: AFP
In Athen ist die Lage weiter gespannt. -Foto: AFP

AthenDie griechische Hauptstadt Athen ist am Donnerstag erneut von Straßenschlachten und Plünderungen erschüttert worden. Vor der besetzten Fakultät für Agrarwissenschaft lieferten sich nach Polizeiangaben junge Leute gewaltsame Auseinandersetzungen mit Polizisten. In den Vierteln Nea Smyrni und Galatsi plünderten Jugendliche demnach Geschäfte und öffentliche Einrichtungen. Vor dem Gefängnis Korydallos seien Straßenschlachten zwischen jungen Leuten und der Polizei ausgebrochen, berichtete ein Wachposten der Anstalt. Hunderte Demonstranten, darunter viele Schüler, hätten sich vor dem Gefängnis versammelt und Polizisten mit Wurfgeschossen beworfen, erklärte die Polizei.

Für den Vormittag kündigten Schüler die Besetzung wichtiger Straßen der Hauptstadt an. Für den Nachmittag rechnete die Polizei insbesondere in der Nähe der Universitäten mit Demonstrationen. Im Vergleich zu Montag und Dienstag hätten die Spannungen zwar abgenommen, die weitere Entwicklung der Proteste sei aber schwer absehbar, sagte ein Sprecher der Athener Polizei.

Bildungsbetrieb geht wieder weiter

Der Schul- und Universitätsbetrieb wurde am Donnerstag nach einem Trauertag für den am Samstag durch Polizeischüsse getöteten 15-Jährigen und dem Generalstreik am Mittwoch zwar offiziell wieder aufgenommen. Viele Schulen und die großen Hochschulen von Athen und die Universität in Thessaloniki wurden jedoch weiter von Schülern und Studenten besetzt. Für Freitag kündigten mehrere Studentenvereinigungen eine große Demonstration in Athen an.

Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis reiste unterdessen zum EU-Gipfel in Brüssel. Seine Regierung steckte schon vor den Krawallen in der Krise, die gewaltsamen Proteste erhöhten den Druck aber massiv. (mhz/AFP)

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