Gewalteskalation : USA rechnen mit "schwierigem Sommer" in Afghanistan

Nach der Eskalation der Gewalt im Süden Afghanistans und den heftigen Ausschreitungen in Kabul glauben die USA nicht daran, dass sich die Lage in den kommenden Monaten beruhigt.

Kabul - «Wir erwarten einen schwierigen Sommer und Herbst», sagte der US- Botschafter in Kabul, Robert Neumann, am Montag. Er warnte, die radikal-islamischen Taliban würden versuchen, die Nato, die im Süden Afghanistan künftig mehr Verantwortung übernehmen soll, durch Terror einzuschüchtern. «Ich glaube, dass ihnen das nicht gelingen wird.»

Bei Kämpfen zwischen radikal-islamischen Taliban und afghanischen oder Koalitionstruppen sind im Süden Afghanistans in den vergangenen Wochen mehr als 300 Menschen getötet worden. In Südafghanistan wollen die US-Streitkräfte die Zahl ihrer Soldaten im Sommer von derzeit rund 19.000 auf 16.500 Soldaten verringern. Dafür will die Nato- geführte Internationale Schutztruppe Isaf dort 6.000 Soldaten aus Kanada, den Niederlanden und Großbritannien stationieren.

Der Kommandeur der Isaf, der britische General David Richard, räumte ein, dass sich die Sicherheitslage im Süden verschärft hat. «Die Situation ist sicher eine andere als im vergangenen Jahr», sagte Richards am Sonntag in Kabul. Die Lage im Süden sei «heikler» geworden. Sollte die Nato-geführte Friedenstruppe im Süden kämpfen müssen, «werden wir die Kapazitäten dafür haben». Richards betonte, die ISAF werde sich in der Unruheregion verstärkt um Grundbedürfnisse der Afghanen wie Wasser, Straßen und Strom kümmern.

Anschlag auf Gouverneur

Bei einem Selbstmordanschlag mutmaßlicher radikal-islamischer Rebellen auf den Gouverneur der südafghanischen Provinz Kandahar wurden mindestens vier Zivilisten getötet und 13 weitere verletzt worden. Gouverneur Asadullah Khalid sei bei der Explosion der Autobombe am Sonntag in der Provinzhauptstadt Kandahar nicht zu Schaden gekommen, teilte der Präsidentenpalast in Kabul mit.

Vor dem Anschlag auf den Gouverneur von Kandahar hatte sich im Distrikt Arghandab in derselben Provinz ein anderer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Drei Zivilisten seien getötet worden, meldete die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok. Augenzeugen sagten, Ziel des Anschlags sei ein kanadischer Militärkonvoi gewesen. (tso/dpa)

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