Politik : Gewerkschaft ruft Kanzler um Hilfe - Verhandlung am Freitag

In dem Konflikt um Personalreduzierungen bei der Bahn soll jetzt Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vermitteln. Die Eisenbahnergewerkschaft GdED bekräftigte am Mittwoch ihre Drohung, bereits am Samstag eine Großstadt zu bestreiken, sollte der Vorstand der Bahn AG bei den am Freitag stattfindenden Gesprächen über geplante Personalkostenreduzierungen nicht einlenken. Auch die Lokführer-Gewerkschaft GDL kündigte inzwischen Steikmaßnahmen an. GdED- Chef Norbert Hansen fordert Schröder in einem Brief auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, "dass es nicht zu einer Eskalation des Konflikts kommt und der Weg der sozialen Partnerschaft und des konstruktiven Dialogs fortgeführt werden kann". Die Pläne des Bahnvorstands, die Personalkosten bis zum Jahr 2004 um 3,6 Milliarden auf 14 Milliarden Mark zu senken, würden die Grundlage für vernünftige und gemeinsame Lösungen in Frage stellen, schreibt Hansen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, hält indes an seinem Ziel fest, jährlich fünf Prozent im Personalbudget der Bahn zu sparen. Er zeigte sich in Hannover verärgert über die ablehnende Haltung der Gewerkschaften und drohte mit dem Ausstieg aus dem konzerninternen Beschäftigungsbündnis. Die Bahn befinde sich "in einer wirtschaftlichen Schieflage, und da müssen wir raus", sagte Mehdorn. Ab 2004 werde die Bundesregierung die Bahn nicht mehr subventionieren. Die Personalkosten der Bahn sollen vor allem durch Altersteilzeit und Ruhestandsregelungen gesenkt werden. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" stellte sich hinter die Streikankündigung der Gewerkschaft. Sprecher Holger Jansen sagte, der Verband würde den Streik der Bahngewerkschaften tolerieren.

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