Gewerkschaften : Sommer will Kinderarmut mit Mindestlohn bekämpfen

DGB-Chef Michael Sommer fordert von Kanzlerin Merkel einen Mindestlohn von 7,50 Euro. Dadurch ließe sich Armut vermeiden. Und der Staat müsste vielen Beschäftigten kein zusätzliches Arbeitslosengeld mehr zahlen.

BerlinIn der Diskussion um Kinderarmut in Deutschland hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, seine Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn wiederholt. Mit Blick auf die bevorstehende Kabinettsklausur in Meseberg forderte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, "einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nicht unter 7,50 Euro zu akzeptieren. Das wäre der wichtigste Baustein zur Armutsvermeidung", sagte Sommer.

Ein Mindestlohn sei erforderlich, um den Trend der rapide steigenden Zahl von Beschäftigten, die ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen, zu stoppen. Das würde es ermöglichen, die Zahlung zu erhöhen, ohne dass wieder mehr Beschäftigte diese Leistung in Anspruch nehmen müssten. Für den DGB-Chef ist die Zeit für eine völlige Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern sowie für die Postliberalisierung "noch nicht reif". Der Arbeitsmarkt in Deutschland könne ungeregelte Zuwanderung aus diesen Ländern "nicht verkraften". 3,7 Millionen Arbeitslose und 300.000 unversorgte Altbewerber für eine Lehrstelle zeigten, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften vorrangig durch inländische Bewerber gedeckt werden könne. (mit dpa)

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