Gipfel : Obama lädt Pakistan und Afghanistan zu Gesprächen ein

Angesichts des wachsenden Einflusses der radikal-islamischen Taliban in der Region lädt US-Präsident Barack Obama seine Amtskollegen Asif Ali Zardari und Hamid Karsai zu einem Dreiergipfel nach Washington ein.

WashingtonUS-Außenministerin Hillary Clinton hatte der Führung zuvor in Islamabad in ungewöhnlicher Schärfe Schwäche gegenüber den Aufständischen vorgeworfen. Sie nannte den wachsenden Einfluss der Taliban in Pakistan eine "tödliche Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes und der Welt". Clinton warf der Führung in einer Kongressanhörung außerdem vor, praktisch vor den Taliban zu kapitulieren. Sie sprach von einer "existenziellen Bedrohung" für die pakistanische Regierung und rief Pakistaner in aller Welt dazu auf, die Führung zu einem härteren Vorgehen zu drängen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, nannte noch kein konkretes Datum für den Besuch von Zardari und Karsai. Die Washington Post ging jedoch vom 6. und 7. Mai aus. Obama ist dem Sprecher zufolge auch zu getrennten Gesprächen bereit.

Aufgrund der Bedeutung der Region und der gefährlichen Lage dort lege Obama größten Wert darauf, sich bei der Suche nach Lösungen persönlich zu engagieren, sagte Gibbs. Er bezog sich dabei unter anderem auf den Vormarsch der Taliban in Pakistan. Nach pakistanischen Angaben haben die Aufständischen mittlerweile rund 100 Kilometer vor der Hauptstadt Islamabad an strategischen Stellen Befestigungen und Straßenkontrollen errichtet und in der Region bewaffnete Patrouillen aufgenommen.

Erneute Gefechte in der Region

Gestern kam es nach der Einnahme des nordpakistanischen Distrikts Buner durch die Taliban zu Gefechten in der Region zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen. Ein Polizist sei getötet worden, sagte ein Polizeioffizier. Die Truppen hätten sich zunächst zurückgezogen. Heute hätten die Taliban aus den Bergen heraus das Feuer erneut auf die Sicherheitskräfte eröffnet, um Regierungseinrichtungen schützen zu wollen.

Nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens durch die Regierung hatten Hunderte Taliban-Kämpfer aus dem Nachbardistrikt Swat die Kontrolle in Buner übernommen. Mehr als 30 Kämpfer der Taliban seien in den Distrikt Shangla einmarschiert, der an Swat und an Buner angrenzt, wie unter Berufung auf Augenzeugen gemeldet wurde. Die Behörden in Shangla dementierten den Bericht. (aku/dpa)


0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben