GIPFELTHEMEN : Strammes Programm

Die Diskussion über die Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima und die Umwälzungen in der arabischen Welt standen ab Donnerstag im Mittelpunkt des G-8-Treffens im französischen Ferienort Deauville. Den Staats- und Regierungschefs geht es vor allem darum, weltweit schärfere Sicherheitsstandards für Akws zu setzen. Weltweit gibt es über 400 Kernkraftwerke. Die Mitgliedstaaten der Gruppe werden voraussichtlich Milliardenhilfen für Tunesien und Ägypten beschließen, nachdem die Herrscher dort von Protestbewegungen gestürzt wurden. Zudem wird die Verwicklung der Nato in den Bürgerkrieg in Libyen sowie das brutale Vorgehen gegen Demonstranten in Syrien wohl zur Sprache kommen.

Bei dem Treffen wird es auch Diskussionen über einen neuen Chef für den Internationalen Währungsfonds geben. Der bisherige Exekutivdirektor Dominique Strauss-Kahn soll versucht haben, ein Zimmermädchen in einem Hotel zu vergewaltigen und trat wegen der Affäre zurück. Die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde kündigte am Mittwoch in Paris ihre Kandidatur an. Entscheidend wird sein, ob die Europäer im Kreise der G8 den US-Präsidenten von Lagarde überzeugen können. Die USA sind das mächtigste Mitglied des IWF. Mehrere Schwellenländer, darunter Russland, hatten zuletzt die ungeschriebene Regel kritisiert, dass der IWF-Chef stets aus Europa kommt. Ein weiteres Thema des ersten Gipfeltages ist die Sicherheit des Internets und der Kampf gegen Cyber-Kriminalität. Es geht dabei auch um den Schutz privater Daten und den Schutz geistigen Eigentums.

Mitglied in der G-8-Gruppe sind die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland. Die Leitung des Gipfels hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy als Gastgeber. Der Gipfel dauert 25 Stunden und endet am Freitag. Tsp

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