Gipfeltreffen : Handelsabkommen zwischen Indien und China

Die Staats- und Regierungschefs von Indien und China haben bei ihrem historischen Gipfeltreffen eine Verdopplung des Handels zwischen ihren Staaten vereinbart. Ziel ist ein bilaterales Handelsvolumen von 40 Milliarden Dollar bis 2010.

Neu Delhi - Zudem sollten die Investitionen in beide Richtungen verstärkt werden, sagte der indische Regierungschef Manmohan Singh in Neu Delhi nach seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Hu Jintao. "Als zwei der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt übersteigt die Zusammenarbeit zwischen Indien und China den bilateralen Bereich und hat eine weltweite Bedeutung", sagte Singh bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Ähnlich äußerte sich Hu.

Nach einer langen Zeit frostiger Beziehungen haben sich in den vergangenen Jahren rege wirtschaftliche Kontakte zwischen Indien und China entwickelt. In diesem Jahr wird das bilaterale Handelsvolumen Schätzungen zufolge um 37,5 Prozent auf 20 Milliarden Dollar steigen. Hu und Singh sprachen bei ihrem Treffen auch über die mögliche Schaffung einer Freihandelszone, die 2,4 Milliarden Menschen einschließen würde.

Hu und Singh wollen Grenzstreit beenden

Zudem vereinbarten sie eine rasche Lösung des jahrzehntealten Grenzstreits zwischen ihren Ländern. Die Beilegung des Grenzstreits habe vor dem Hintergrund engerer Handelsbeziehungen höchste Priorität. "Präsident Hu und ich begrüßen die Fortschritte, die zwei Sonderbeauftragte bei ihren Gesprächen um die Grenzfrage erzielt haben", sagte Singh. "Wir werden sie bitten, schneller voranzukommen, um ein Grenzabkommen zu erreichen." Eine baldige Vereinbarung werde den Interessen beider Länder entgegenkommen. Indien und China führten um die gemeinsame Grenze im Himalaya 1962 einen kurzen Krieg. Seitdem wurde kein Waffenstillstand vereinbart. 1993 und 1996 wurden lediglich Verträge über eine gute Nachbarschaft unterzeichnet.

Hu ist der erste chinesische Präsident seit zehn Jahren, der Indien besucht. Im Vorfeld des Treffens mit Singh hatte der Staatschef die guten Beziehungen zum Nachbarland gewürdigt. "Indien und China sind Freunde", sagte er der Nachrichtenagentur Press Trust of India nach seiner Ankunft in Neu Delhi am Montagabend. (tso/AFP)

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