Politik : Gipfeltreffen in Japan: Keine Annäherung zwischen Tokio und Moskau über Kurilen

Russland und Japan haben bei ihrem Gipfeltreffen am Montag in Tokio keine Annäherung im Territorialstreit um die südlichen Kurilen-Inseln erzielt. Bei den Gesprächen des japanischen Regierungschefs Yoshiro Mori mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeichnete sich ab, dass der Abschluss des geplanten Friedensvertrages über das Zieldatum 2000 hinaus verschoben werden muss.

In einem Abkommen sagte Japan Russland Hilfe bei der Vernichtung radioaktiver Abfälle im Zuge der russischen Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung zu. Putin und Mori sprachen den Angaben nach auch über "eine Reihe konkreter Projekte" in der Energiewirtschaft und der Öl- und Gasförderung in Sibirien. Der Wirtschaftsgigant Japan steht bislang an 13. Stelle der Investoren in Russland. Außerdem schlossen beide Seiten Abkommen über eine verbesserte Sicherheit auf den Meeren zwischen den beiden Nachbarstaaten.

Der Abschluss eines Friedensvertrages verzögert sich durch den ungelösten Streit um vier Inseln der südlichen Kurilen-Gruppe, die die Sowjetunion 1945 zum Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt hatte. Japan fordert diese "nördlichen Territorien" zurück. Mori wiederholte einen 1998 gemachten Vorschlag, Russland solle in dem Vertrag die japanische Hoheit über alle vier Inseln der südlichen Kurilen anerkennen, aber die administrative Kontrolle noch auf einige Zeit behalten. Der russische Präsident schlug nach Angaben von Itar-Tass eine schrittweise Annäherung an den Friedensvertrag vor bei gleichzeitigem umfassenden Ausbau der bilateralen Beziehungen.

Putin hatte bereits vor seiner Ankunft in Japan erklärt, von einer Rückgabe der Inseln könne keine Rede sein. Bei dem Treffen am Montag bekräftigte er jedoch nach japanischen Angaben ein sowjetisch-japanisches Protokoll von 1955, dass sofort nach Abschluss eines Friedensvertrages die Insel Shikotan und die Gruppe der Habomai-Felsen zurückgegeben werden sollten.

Putin und seine Frau Ljudmila wurden am Montag vom japanischen Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko zu einer Audienz empfangen. Der russische Präsident wollte am Dienstag weiter zum Millenniums-Gipfel der UN nach New York fliegen.

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