• Gipfeltreffen in Moskau: Zwischen Abschreckung und Abwehr - Wichtige Abrüstungsverträge und das Abwehrsystem NMD

Politik : Gipfeltreffen in Moskau: Zwischen Abschreckung und Abwehr - Wichtige Abrüstungsverträge und das Abwehrsystem NMD

Die USA und Russland haben bei dem Gipfeltreffen in Moskau weitere Gespräche über die strategische Sicherheit und das umstrittene amerikanische Raketenabwehrsystem NMD vereinbart. Eckpfeiler der nuklearen Sicherheitsarchitektur sind vor allem das 1972 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene ABM-Abkommen über die Begrenzung der Raketenabwehr und die beiden START-Verträge über den Abbau strategischer Atomwaffen sowie deren geplantes Folgeabkommen START-III. Die Kernpunkte der Verträge

ABM-Vertrag: Das bilaterale Anti-Ballistic-Missile-Abkommen von 1972 über die Begrenzung von Systemen zur Abwehr von ballistischen Raketen gilt als Eckpfeiler des Systems der atomaren Abschreckung. Es untersagt die Entwicklung, Erprobung und Aufstellung von Abwehrsystemen, die "see-, luft- oder weltraumgestützt" sind. Beide Staaten dürfen lediglich ihre Hauptstadt und einige Interkontinentalraketen mit Abfangraketen schützen.

START-I-Vertrag: Im ersten START-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) von 1991 verpflichteten sich die USA und die UdSSR, die Bestände an weit reichenden Systemen (über 5000 Kilometer) um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent auf etwa 8500 amerikanische und etwa 7000 sowjetische Sprengköpfe zu verringern.

START-II-Vertrag: Das 1993 zwischen den USA und Russland geschlossene Abkommen sieht eine weitere Verringerung der Bestände und den völligen Verzicht auf landgestützte Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen vor. Nach dieser bis zum Jahr 2007 geplanten Halbierung bleiben den USA noch 3500 und Russland noch 3000 Atomsprengköpfe.

NMD-Abwehrsystem: Die jüngst von den USA vorgelegten Pläne über ein nationales Raketenabwehrsystem (National Missile Defence) sehen die Aufstellung von zunächst 100 Abwehrraketen in Alaska vor. Mit dem NMD-System, das die Zerstörung feindlicher Langstreckenraketen in der Luft ermöglichen soll, wollen sich die USA gegen Angriffe aus so genannten Schurkenstaaten wie Nordkorea und dem Irak schützen. Erforderlich wäre dafür eine Änderung des ABM-Vertrages. Russland lehnt dies ab.

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