Globale Erwärmung : USA erkennt Notwendigkeit von Klimaschutz an

Trotz unterschiedlicher Ansätze haben sich EU und USA auf ihrem Gipfel in Washington auf den Kampf gegen die Erderwärmung verpflichtet. Konkrete Ziele für eine Reduktion der Treibhausgase enthält die Erklärung aber nicht.

Washington - Die USA und die EU wollen an der Entwicklung von neuen Biokraftstoffen und an Kohlendioxid-freien Kraftwerken arbeiten. Nach ihrem Treffen mit US-Präsident George W. Bush würdigte Merkel den Beschluss als "Riesenschritt nach vorn". Es sei zu sehen, "dass sich das Glas mit Wasser füllt". Gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso unterzeichneten die amtierende EU-Ratspräsidentin Merkel und Bush auch eine Erklärung zu einer neuen Wirtschaftspartnerschaft. Im Streit mit Russland über den amerikanischen Raketenschutzschirm bot Bush dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Zusammenarbeit an.

In dem gemeinsamen Klima-Papier verpflichten sich die USA und die EU, den Treibhauseffekt bekämpfen zu wollen. Notwendig sei eine "schnelle globale Politik", um dem Klimawandel zu begegnen.

Auch die USA erkennt den Klimawandel an

Bush betonte die Anstrengungen seines Landes bei der Entwicklung von Biokraftstoffen und seinen flächendeckenden Einsatz. Der US-Präsident unterstrich aber auch, dass jedes Land seine eigene Klimaschutzpoltik betreiben solle. Am Ende werde man die Resultate der verschiedenen Anstrengungen zusammenführen und sehen, ob diese ausreichten. Damit unterstrich Bush auch den unterschiedlichen strategischen Ansatz, den die USA gegenüber der EU verfolgen. Die EU will durch konkrete Reduktionsziele den Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren.

In dem Dokument erkennen beide Seiten den Klimawandel als "globale Herausforderung an die internationale Gemeinschaft" an. Beide Seiten seien verpflichtet, "das Bestmögliche zu tun, um die Treibhausgase auf einem Level zu stabilisieren, um gefährliche vom Menschen ausgelöste Störungen des Klimasystems" zu verhindern, heißt es in der Erklärung.

Obwohl sie keine neuen konkreten Zielmarken für eine Reduktion der Treibhausgase enthält, sahen deutsche Regierungskreise die Erklärung als substanziellen Fortschritt der amerikanischen Position an. Erstmals räume die US-Regierung offen ein, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht sei und es die Notwendigkeit eines internationalen Krisenmanagements gebe, hieß es. Im Weißen Haus wird allerdings darauf verwiesen, dass Bush schon lange das Thema sehr ernst nehme. Zur Reduzierung der Treibhausgase will die US-Regierung aber vor allem die Entwicklung neuer, umweltschonender Technologien und den Einsatz alternativer Energiequellen nutzen. Merkel hofft nun auf weitere Fortschritte auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni und bei den anschließenden internationalen Konferenzen. (tso/dpa)

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