Glossar : Das neue Benzin

Die Autofahrer misstrauen dem neuen Benzin, angeblich ist es auch nicht wirklich ökologischer. Was man über E10 wissen muss.

Beimischung
Das E-10-Benzin besteht zu zehn Prozent aus Bioethanol. Der Biokraftstoff wird durch biochemische Prozesse aus Pflanzen gewonnen. In Europa werden zur Gewinnung vor allem Weizen, Roggen oder Zuckerrüben genutzt, außerhalb Europas verarbeiten die Hersteller vorrangig Mais und Zuckerrohr.

Klimafolgen

Ziemlich schnell zeichneten sich Flächenkonkurrenzen zwischen der Nahrungs- und Futtermittelproduktion und dem Anbau von Energiepflanzen für Biosprit ab. Das führte zu einer Nachhaltigkeitsverordnung für den Agrartreibstoff. Nur wenn über die gesamte Lebensdauer gewährleistet ist, dass bei der Verbrennung des Agrarsprits mindestens 35 Prozent weniger Kohlendioxid emittiert werden als beim Einsatz von Treibstoffen aus Erdöl, darf er beigemischt werden. Allerdings berücksichtigt die europäische Nachhaltigkeitsverordnung indirekte Landnutzungsänderungen nicht. Das bedeutet: Wenn mehr Flächen gebraucht werden, um Biosprit anzubauen, werden Acker- oder Weideflächen dafür genutzt. Die Futtermittelproduktion braucht deshalb neue Flächen und verdrängt so beispielsweise Rinderzüchter. Diese

wiederum weichen dann in den Regenwald aus. Und so ist die Biospritproduktion über Umwege eben doch für die Abholzung von Regenwäldern verantwortlich.

Verbrauch

Durch die Beimischung von Ethanol sinkt der Wirkungsgrad des Sprits. Das führt zu einem steigenden Verbrauch. Als Richtwert nennt der ADAC drei Prozent Mehrverbauch, allerdings nur im Vergleich zu Ottokraftstoff ohne Ethanolbeimischung. Da aber schon das derzeitige Benzin bis zu fünf Prozent Ethanol enthält, liege der zusätzliche Mehrverbrauch tatsächlich bei rund 1,5 Prozent. Einen weitaus größeren Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch habe beispielsweise das Fahrverhalten, heißt es beim Bundesumweltministerium.Wer energiesparender fahre, könne den Kraftstoffverbrauch um rund 25 Prozent senken.

Gefahren

E-10-Benzin kann bei Aluminium Korrosion hervorrufen. Der Prozess kann bereits durch einmaliges Tanken ausgelöst werden und ist dann nicht mehr zu stoppen. Die dadurch eventuell entstehenden Lecks im Kraftstoffsystem sind nach Einschätzung von Automobilverbänden ein hohes Sicherheitsrisiko. Ethanol kann Gummi lösen und es kann bei Modellen, die den Kraftstoff nicht vertragen, zu Problemen bei Dichtungen und Schläuchen führen. Autofahrer sollten sich also vor dem Tanken informieren, ob der eigene Wagen E-10-tauglich ist – 93 Prozent sind es.

Informationsquellen

Einen ausführlichen Frage-Antwort-Katalog zum neuen Benzin gibt es auf den Internetseiten des Bundesumweltministeriums (www.bmu.de/e10). Der ADAC bietet telefonische Beratung, zusätzlich gibt es Infos auf seiner Website (www.adac.de/e10). Eine Liste mit Automobiltypen, die das E10 nicht vertragen, bietet die Deutsche Automobil Treuhand auf ihrer Internetseite (www.dat.de). deh/elsi

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