Politik : Goldener Tag für Deutschland in Athen

Viermal Gold, van Almsick holt noch einmal Bronze – doch die Vielseitigkeitsreiter verlieren ihre Siege

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Athen Der achte Wettkampftag der Olympischen Spiele in Athen war der bisher erfolgreichste für die deutschen Athleten. Bis zum späten Abend gewannen sie vier Goldmedaillen, zweimal Silber und zweimal Bronze. Allerdings wurde die Freude der deutschen Mannschaft durch ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS getrübt: Den deutschen Vielseitigkeitsreitern wurden die beiden Goldmedaillen aberkannt, die die Mannschaft und Bettina Hoy als Einzelreiterin am Mittwoch gewonnen hatten. Hoy hatte vor ihrem Abschlussritt zweimal die Startlinie überquert.

Der CAS gab damit dem Protest der Teams von Frankreich, Großbritannien und den USA gegen die deutschen Olympiasiege statt. „Ich halte das für eine fürchterliche Entscheidung. Aber wir müssen sie akzeptieren“, sagte Jürgen Thumann, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Eine Einspruchsmöglichkeit gibt es nicht mehr. Durch das Urteil fiel die Mannschaft auf Platz vier zurück, Hoy sogar auf Platz neun.

Der CAS gab seine Entscheidung bekannt, nachdem die deutschen Dressurreiter im Mannschaftswettbewerb zum elften Mal Olympiasieger geworden waren. Die Equipe mit Ulla Salzgeber, Martin Schaudt, Heike Kemmer und Hubertus Schmidt gewann vor Spanien. Olympiasieger wurden auch die Berliner Ruderin Katrin Rutschow-Stomporowski, der Pistolenschütze Ralf Schumann und die Bahnrad-Sprinter. Eine Goldchance hatte das deutsche Tennisdoppel Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler. Ihr Finale gegen die Chilenen Massu und Gonzalez war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

Die Bahnrad-Sprinter Jens Fiedler, Rene Wolff und Stefan Nimke setzten sich im Finale gegen Japan durch. Ralf Schumann ist der erste Schütze, der in derselben Disziplin dreimal Olympiasieger geworden ist. „Ich habe das so geplant“, sagte der 42-Jährige. Auch Rutschow- Stomporowski kennt das Gefühl, Olympiasiegerin zu sein. 1996 in Atlanta hatte sie im Doppelvierer gesiegt. Eine weitere Medaille für die deutschen Ruderer gewannen Peggy Waleska und Britta Oppelt im Doppel-Zweier. Sie holten hinter Neuseeland Silber. Im Trampolinturnen sicherte sich Henrik Stehlik Bronze.

Für die deutschen Schwimmer endeten die Wettbewerbe mit zwei Medaillen für die Lagenstaffeln über 4 mal 100 Meter halbwegs versöhnlich. Die Männer gewannen Silber. Sie mussten sich nur den Amerikanern geschlagen geben, die neuen Weltrekord schwammen. Die Frauen mit Franziska van Almsick holten Bronze. Für die Berlinerin war es das letzte große Rennen ihrer Karriere. Tsp

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