Politik : Green Cards: Jede Fünfte geht an indische Fachleute

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Seit Einführung der so genannten Green Card vor elf Monaten haben mehr als 8000 ausländische Computerspezialisten eine Arbeit in der Bundesrepublik angetreten. 20,7 Prozent von ihnen sind Inder, 14 Prozent kommen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Gerd Andres, am Montag in Berlin bei der Vorstellung des ersten Zwischenberichts über das Programm der Bundesregierung. "Aber die Green Card ist nur ein Baustein", sagte Andres. Vorrangig gehe es darum, das inländische Arbeitskräftepotenzial in der Informationstechnik zu vergrößern. Der Staatssekretär wies darauf hin, dass die Entscheidung, langfristig 20 000 Computer-Fachleute ins Land zu holen, die "gegenwärtige Zuwanderungsdiskussion erst möglich gemacht" habe. Die Zahl von 8000 ausländischen Experten, die bis Ende Juni gekommen sind, entspreche den Planungen des Arbeitsministeriums, sagte Andres: "Wir sind nie von Mondzahlen ausgegangen."

Die SPD will spätestens ab 2010 verstärkt ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland holen. In einem in der SPD-Bundestagsfraktion erarbeiteten Eckpunktepapier heißt es, damit sollten die wirtschaftlichen Wachstumschancen langfristig gesichert werden. Vor 2010 sollen nur höchst qualifizierte Zuwanderer kommen dürfen. Offene Stellen sollen zunächst mit Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländern besetzt werden. Von Staat und Wirtschaft wird mehr Geld für die Integration verlangt. Betont wird in dem Papier zudem das Interesse an einem Konsens mit der Union. Abgelehnt wird aber die von der Union geforderte Verkürzung des Instanzenwegs bei Asylverfahren. Die Aufenthaltsgründe für Flüchtlinge sollen erweitert werden.

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