Politik : Greenpeace-Studie: Mit Windrädern gegen CO2 -Ausstoß

Mit Windenergie kann Deutschland nach einer Greenpeace-Studie seine Kohlendioxid-Emissionen weitaus stärker senken als bisher angenommen. Vor allem durch Windanlagen auf See könnten die Bundesrepublik und andere Nordseestaaten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, heißt es in der Untersuchung, die die Umweltschutzorganisation und das Deutsche Windenergie-Institut am Freitag in Hamburg vorstellten. Nach Überzeugung von Greenpeace reicht das technische Potenzial von Offshore-Anlagen aus, um mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland abzudecken.

Windkraftanlagen an Land und zur See könnten im Jahr 2005 über zwölf Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr einsparen. Derzeit erspare Windenergie bereits 4,8 Millionen Tonnen CO2

jährlich, was den Emissionen von 1,6 Millionen Autos entspreche. Zur Zeit erzeugen nach Greenpeace-Angaben rund 8000 Windkraftanlagen an Land zwei Prozent des deutschen Stroms. In fünf Jahren, so die Studie, werde der Anteil voraussichtlich bei fünf Prozent liegen. Offshore-Windanlagen gebe es bisher nur vor der dänischen und der nordenglischen Küste. In Deutschland seien derzeit sechs Windparks für das Nordseegebiet zwischen Sylt und Baltrum beantragt. Nach der Studie erzeugt eine Windanlage auf See rund 40 Prozent mehr Strom als ein Windrad an Land. Ihre Installation koste derzeit jedoch noch 60 Prozent mehr. Geschaffen würden auch Arbeitsplätze. Stade, dessen Kernkraftwerk 2003 abgeschaltet werden soll, wäre nach Greenpeace-Auffassung "ein idealer Standort für die Produktion und Verschiffung von Offshore-Windrädern".

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