Greenspan-Nachfolge : Bush nominiert Wirtschaftsberater Bernanke

Neuer Chef der US-Notenbank wird Ben Bernanke (Foto re.). Präsident George W. Bush hat am Montag in Washington seinen obersten Wirtschaftsberater zum Nachfolger von Alan Greenspan (li.) nominiert.

Washington - Der 79-jährige Greenspan tritt im Januar nach 18 Jahren an der Spitze der weltweit mächtigsten Notenbank ab. Bernanke genieße «großes Vertrauen in der Finanzwelt», sagte Bush am Montag in Washington bei der Bekanntgabe seiner Entscheidung. Der 51-Jährige sei ein Mann von «starkem Charakter und großer Urteilskraft» und genieße hohes Ansehen wegen seiner «intellektuellen Strenge und Integrität».

Bernanke versicherte, die Wahrung der Kontinuität in der Geld- und Zinspolitik seines Vorgängers Greenspan habe größte Priorität. Ziel bleibe es, «Stabilität und Wachstum» der US-Wirtschaft zu wahren und zu fördern.

Bush würdigte die Verdienste Greenspans, der «fast zwei Jahrzehnte unsere Wirtschaft durch Höhen und Tiefen begleitet hat». Dank seines «klugen Urteils und weiser Politik» sei die Inflation niedrig geblieben. Er habe eine wichtige Rolle für das starke Wachstum der US-Wirtschaft gespielt. Die Notenbank sei ein «Symbol der Integrität und Verlässlichkeit unseres Finanzsystems», sagte der Präsident. Die Entscheidungen der Notenbank beeinflussten das Leben aller Amerikaner. Deshalb sei es die Bestimmung des «Fed»-Chefs «eine der wichtigsten Ernennungen eines US-Präsidenten».

Bernanke war nach seiner Zeit als Professor an der Eliteuniversität Princeton viele Jahre Mitglied des Notenbank- Direktoriums. Bernanke galt als einer der Favoriten für die Nachfolge Greenspans. Der Amtswechsel ist für Ende Januar geplant.

Greenspan und Bernanke vertreten ähnliche finanzpolitische Konzepte, sollen aber laut «Wall Street Journal» in der Frage der Inflationsbekämpfung unterschiedlicher Ansicht gewesen sein. Bernanke habe sich dafür eingesetzt, konkrete Inflationsziele zu setzen, Greenspan habe sich nicht festlegen wollen. (tso/dpa)

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