Grenzstreit : Kroatien stimmt EU-Vorschlag zu

Nach Beendigung des Krieges im ehemaligen Jugoslawien streiten sich Kroatien und Slowenien um den Grenzverlauf in der Adria. Der Streit überschattet Kroatiens Bemühungen, der EU beizutreten. Nun scheint die Lösung einen Schritt näher gerückt.

ZagrebEU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hatte bereits in der vergangenen Woche vorgeschlagen, dass ein Schiedsgericht den Grenzverlauf in der Bucht von Piran an der Adria-Küste festlegen soll. Nachdem Präsident Stjepan Mesic, Regierungschef Ivo Sanader und die parlamentarischen Parteien diesem Vorschlag bereits am Dienstag vergangener Woche zugestimmt haben, zog jetzt das kroatische Parlament nach und nahm den Vorschlag bei einer Stimmenthaltung ebenfalls an.

Slowenien hat seine Antwort für die kommende Woche angekündigt. Vorab sagte der slowenische Außenminister Samuel Zbogar, dass sein Land "einige Verbesserungen" des Vorschlags ausarbeiten werde. 

Seit der Unabhängigkeit Sloweniens und Kroatiens vom ehemaligen Jugoslawien 1991 streiten die beiden Nachbarn über den Grenzverlauf
in der Adria. Wegen dieses Konflikts blockiert Ljubljana die weitere Annäherung Kroatiens an die EU. Die Slowenen argwöhnen, der Nachbar könne ihnen bei ungünstigem Grenzverlauf den Zugang zum Meer versperren, obwohl Grenzen zwischen EU-Ländern faktisch bedeutungslos sind. (sp/dpa/Reuters)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar