Politik : Grenzverletzung

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Wolfgang Thierse sei „der schlimmste Präsident seit Hermann Göring“: Mit diesen Worten soll Altbundeskanzler Kohl den Parlaments-Präsidenten im Bundestagsrestaurant geschmäht haben. Dies behaupten zwei „Spiegel“-Journalisten, die am Nebentisch saßen. Kohl hat den Nazi-Vergleich weder dementiert noch bestätigt. Er nehme zu dem Inhalt eines privaten Gesprächs keine Stellung, sagte er, nannte es aber „unerträglich“, von Journalisten belauscht zu werden. Kanzler Schröder forderte Kohl auf, sich zu entschuldigen. Der Vergleich sei „unanständig" und habe die Grenzen politischer Auseinandersetzung schwer verletzt. Auch die CDU müsse reagieren, sonst trage sie Mitschuld. Tatsächlich hatte die sich bereits geäußert, freilich in ganz anderem Sinne: Thierse sei „der schlechteste Bundestagspräsident, den wir je hatten", sagte Fraktionschef Merz. Und auch Kohl legte nach: Thierse sei „der Bundestagspräsident, der sein Amt am parteiischsten ausübt“. Tsp

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