Griechenland : Gläubiger-Vertreter treffen in Athen ein

Am Montag sind Vertreter der internationalen Gläubiger-Institutionen in Griechenland eingetroffen. Damit können die Gespräche über ein drittes Hilfspaket für das hochverschuldete Euro-Land beginnen.

Vor einer Filiale der Nationalbank in Athen warten Menschen auf die Öffnung.
Vor einer Filiale der Nationalbank in Athen warten Menschen auf die Öffnung.Foto: Reuters

Vertreter der internationalen Gläubiger-Institutionen sind am Montag zu Verhandlungen mit der griechischen Regierung über ein drittes Kreditprogramm in Athen eingetroffen. Die Gespräche würden "unverzüglich" beginnen, "in dem Moment, in dem wir reden", sagte Mina Andreeva, eine Sprecherin der EU-Kommission, beim täglichen Pressebriefing in Brüssel. Dagegen hieß es aus griechischen Regierungskreisen, Beginn der "Verhandlungen mit den technischen Teams" sei am Dienstag.

An den Verhandlungen nehmen Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) teil sowie erstmals auch Vertreter des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), des Unterstützungsfonds der Eurozone. Kommissionssprecherin Mina Andreeva sagte, mehrere Missionschefs seien bereits in Athen. Sie fügte hinzu, bis Mittwoch dürften alle da sein.

Nach Einschätzung der Gläubiger benötigt das hochverschuldete Griechenland in den kommenden drei Jahren zwischen 82 und 86 Milliarden Euro. Das neue Kreditprogramm der Euroländer wird voraussichtlich etwa 50 Milliarden Euro schwer sein. Der Rest soll vom IWF und von Griechenland über beschleunigte Privatisierungen kommen.


Die Zeit für eine Einigung drängt, weil Athen am 20. August knapp 3,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen muss. Im September werden weitere 1,5 Milliarden Euro an den IWF fällig. Spätestens bis Mitte August müssen deshalb die Verhandlungen abgeschlossen sein.

Die seit Januar regierende griechische Regierung aus der linken Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras und den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen hatte sich lange Zeit gegen eine Wiederaufnahme der Besuche der Vertreter von EU-Kommission, EZB und IWF in Griechenland gewehrt. Die früher Troika genannten Institutionen sind bei großen Teilen der Bevölkerung wegen der von ihnen verlangten Kürzungsprogramme, Privatisierungen und Massenentlassungen verhasst. (AFP)


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